Widerstand
Spitzengespräch zur Düngeverordnung im Bayerischen Landtag: Günzacher Landwirte intervenieren

Spitzengespräch zur Düngeverordnung im Bayerischen Landtag mit Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber
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  • Foto: Franz Kustermann
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Die Verpflichtung zur bodennahen Düngung per Schleppschlauch/Schleppschuh ab 2025 hat in der Landwirtschaft und insbesondere bei Allgäuer Bergbauern erheblichen Widerstand ausgelöst.

Eine Gruppe von Landwirten aus Günzach und Obergünzburg hatte gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten der Freien Wähler Bernhard Pohl eine Petition formuliert, die die Grünlandwirte von der Verpflichtung ausnehmen soll, mit großen Tanks per Schleppschuh oder Schleppschlauch düngen zu müssen. Außerdem wollen die Initiatoren erreichen, dass im Spitalhof in Kempten Versuche gemacht werden, ob der Breitverteiler ebenso gut geeignet ist und eine Alternative für die von den Landwirten abgelehnten Verfahren mit den immens schweren und sündhaft-teuren Maschinen sein könnte.

Auf Vermittlung der Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl und Dr. Leopold Herz (beide Freie Wähler) fand nun ein Gespräch im Bayerischen Landtag statt: Die Bayerische Landwirtschaftsministerin, Michaela Kaniber (CSU), diskutierte mit den Landwirten Rudolf Rauscher, Thomas Fleschutz und Helmut Knestel, sowie den Abgeordneten Bernhard Pohl, Dr. Leopold Herz (Freie Wähler), Eric Beißwenger und Martin Schöffel (beide CSU) im Beisein von Spitzenbeamten des Landwirtschaftsministeriums und des Landesamts für Landwirtschaft (LfL) über die vermutlich bessere Gülle-Ausbring-Methode.

Die Petition war zwar nicht Gegenstand des Gesprächs, da diese vom Bayerischen Landtag zu entscheiden ist, wohl aber die Durchführung von Versuchen: Staatsministerin Kaniber sprach sich dabei klar dafür aus, dass neben der Versuchsreihe in Mittelfranken auch am Spitalhof Kempten getestet werde. Sie sagte auch einen Besuch im Allgäu zu, um sich vor Ort über Probleme zu informieren und die Möglichkeiten von Tests im Spitalhof auszuloten.

"Ich habe das Gefühl, die Ministerin hat uns verstanden. Mit den bodennahen Verfahren, die ab 2025 verpflichtend drohen, werden viele Landwirte aufhören müssen, dies deren Existenzen vernichtet. Das wollen wir mit aller Macht verhindern", so der Sprecher der Landwirte, Rudolf Rauscher. Fleschutz ergänzt: "Die Beamten waren anfangs sehr skeptisch. Die Ministerin hat aber sehr deutlich gemacht, dass sie die bisherigen Erkenntnisse für noch nicht ausreichend hält".

Interessant fand Fleschutz, dass Kaniber auch Parallelen zum Artenschutz gezogen hat: Bei der Umsetzung der Düngeverordnung wolle man nun etwas sorgfältiger arbeiten als dies im Vorfeld des Artenschutz-Volksbegehrens zur Frage der Artenvielfalt geschehen sei. Das sei gut und auch zwingend notwendig.

Alle Beteiligten setzen nun große Hoffnung in den angekündigten Besuch der Ministerin. Die Günzacher Landwirte sind auch zuversichtlich, dass die angekündigten Tests mit dem Breitverteiler neue Erkenntnisse liefern werden. Ansonsten stünden die Allgäuer Milchbauern vor einer höchst ungewissen Zukunft: "Wirtschaftsminister Aiwanger unterstützt unsere Petition. Die Landwirtschaftsministerin Kaniber will Versuche im Spitalhof durchführen und die Abgeordneten kämpfen für unsere Belange. Dies zeigt, dass die Grün- und Milchvieh-Landwirte mit dieser Ausbringtechnik Probleme mit der Futterverschmutzung haben" freuen sich die Günzacher Landwirte unisono. Rudolf Rauscher machte zudem deutlich, dass das Ministerium nicht nur auf die Versuche der LfL, sondern vor allem auch die Praxisversuche im Bergland berücksichtigen müsse.

Die Delegation aus dem Ostallgäu ist jedenfalls hoffnungsfroh nach Hause gefahren. Bernhard Pohl, der die Petition der Landwirt mit initiiert hat, formulierte im Namen der Beteiligten eine klare Zielsetzung: "Wir geben nicht auf, bis wir eine praxistaugliche Lösung gefunden haben, die allen Landwirten eine Existenzchance bietet. Schleppschuh und Schleppschlauch werden es nicht sein. Wir werden hier gemeinsam eine umsetzbare Lösung finden."

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