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Passion 20:20

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Andrea Jörg kniet auf dem Boden in einem unscheinbaren Raum im Festspielhaus in Füssen. Mit voller Inbrunst sagt sie: „Du kennst die Geschichte. Aber kennst Du sie wirklich?“ Die einzigen Zuschauer sind Manfred Schweigkofler und Jennifer Klotz. Mit dem ersten Casting fällt der Startschuss für Passion 20:20.

Bei der Premiere am 25. März soll die Ostergeschichte völlig neu erzählt werden – in einem übergreifenden Genre-Mix aus Theater, Musical, Video-Mapping, Kunstgeschichte und Storytelling. Im Mittelpunkt der Erzählung: Die Ostergeschichte vom Palmsonntag bis in die Tage nach der Kreuzigung. Große Gemälde der Kunstgeschichte werden als Mosaike dekonstruiert und arrangiert in einem Video-Mapping neu zum Leben erweckt. Und die Darsteller bringen ganz ungewohnte Sichtweisen auf die Bühne und beschreiben die Passionsgeschichte aus ihrem ganz persönlichen Blickwinkel.

Die Macher dahinter sind Yng­var Aarseth, Pfarrer im Ruhestand der Christlichen Glaubensgemeinde Füssen, und der Regisseur Manfred Schweigkofler. „Entstanden ist die Idee schon vor einigen Jahren. Mit dieser Art der Inszenierung wollen wir nicht nur die typischen Musicalbesucher ansprechen, sondern auch die Kinogänger“, sagt Yngvar Aarseth. Von seiner Idee begeisterte er Manfred Schweigkofler, der Regie führt, die Texte schreibt und für die konzeptionelle Umsetzung verantwortlich ist. David Hüger und Flo Lüttich sorgen für die Musik. Die beiden produzieren und schreiben Musik über alles Genres und Sparten. Unter ihren Kunden finden sich so bekannte Namen wie Puma oder das ZDF mit der Sendung Terra X. Für die Videoinstallation konnte Aarseth den Italiener Christoph Grigoletti gewinnen.

Manfred Schweigkofler hat sich unter anderem in Südtirol einen Namen gemacht. Dort leitete der 57-Jährige von 2001 bis 2012 das Stadttheater Bozen, das unter seiner Intendanz einen auch international wahrgenommenen Aufschwung erlebte. Beim ersten Casting setzt er auf die bewährten Ludwig² – Das Musical-Darsteller. Das Festspielhaus ist ein Zwischenstopp – den Termin hat Schweigkofler kurzfristig eingeschoben. Gerade ist er von Glasgow kommend in Memmingen gelandet und nach Füssen gefahren. Abends geht es noch weiter nach Italien. Doch er strahlt weder Hektik noch Stress aus. Ganz im Gegenteil: Entspannt sitzt er da, lässt sich auf jeden Bewerber ein und nimmt sich viel Zeit für den Einzelnen. „Ich habe bei der Besetzung ein Bild im Kopf“, sagt er. „Doch das ist sehr flexibel.“ Und so beschreibt er auch sein kreatives Schaffen. „Ich bin ein Fanatiker des Kreierens mit den Spielern zusammen.“

Andrea Jörg wird gleich als Sybille im Ludwig²-Musical auf der Bühne des Festspielhauses stehen. Nach einer kurzen persönlichen Vorstellung kniet die junge Frau in ihrem roten Kleid auf dem Boden und mimt die Maria Magdalena. Doch Schweigkofler will noch mehr sehen und bittet sie, aus der Ferne Nähe zu schaffen. Langsam schreitet sie durch den großen Raum und beschwört förmlich die nicht vorhandenen Zuschauer mit ihrem Text. Der Regisseur scheint zufrieden und dann gibt Andrea Jörg noch ihr sängerisches Potential zum Besten. Zum Schluss dankt Schweigkofler für das Kommen und wartet auf den nächsten Bewerber.

Insgesamt sechs Rollen sind zu vergeben - und das in mehrfacher Besetzung. Schließlich soll Passion 20:20 an 14 Spieltagen 32 Mal aufgeführt werden. So wolle man auch die Schulklassen in der näheren und weiteren Umgebung ansprechen und den Klassen zu Sonderkonditionen die Möglichkeit geben, Passion 20:20 zu sehen, erklärt Yngvar Aarseth. Und auch für das Foyer hat der Norweger große Pläne. Es soll sich in das Jerusalem vor über 2000 Jahren verwandeln und die Besucher zu einer Zeitreise einladen. Karten gibt es bei allen AZ-Service-Centern, 0831/2065555, www.allgaeuticket.de.

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