Special Eishockey SPECIAL

Eishockey
Wo sind die Zuschauer?

Sportlich im Aufwind - wirtschaftlich auf dem absteigenden Ast: Die Lage beim Eishockey-Oberligisten EV Füssen ist nach Aussage der Verantwortlichen prekär: Obwohl das Team einen starken Start hingelegt hat und aktuell auf dem vierten Platz steht, befindet sich die Zahl der Zuschauer bei den Heimspielen auf einer Talfahrt: Gerade einmal 700 Leute kommen im Schnitt ins Bundesleistungszentrum, was vor allem beim geschäftsführenden Vorstand Jürg Tiedge die Alarmglocken klingeln lässt. Sollte sich das auf Dauer nicht ändern, mahnt Tiedge, könnte es gravierende Folgen für den Verein haben.

Im Spiel gegen Deggendorf zählte der Verein 624 zahlende Zuschauer. «Da ist ein Bereich, in dem die Buskosten höher sind als die Einnahmen an der Abendkasse», erklärt der geschäftsführende Vorstand. «So wird es für uns ganz schwer, Eishockey in der Form überhaupt noch zu erhalten.» Die Strukturreform der Oberliga hat nicht den erwünschten Erfolg gebracht: Obwohl in der Gruppe Süd nur noch bayerische Teams spielen, ist die Zahl der Zuschauer noch einmal zurückgegangen. Dabei spielt die Mannschaft deutlich stärker als im Jahr zuvor.

Warum das so ist, weiß beim Verein niemand. Für die Mannschaft ist das schwer zu verstehen. «Wir spielen gut, gewinnen - und doch kommen nicht mehr Leute ins Stadion», beklagt Kapitän Eric Nadeau. Dabei ist der 36-Jährige sicher: «Die Mannschaft hat verdient, dass mehr Leute sie sehen wollen.

» Dass es sportlich kaum besser laufen könnte, bestätigt auch Trainer Georg Holzmann. «Abgesehen von der Niederlage im letzten Spiel gegen Passau haben wir das für uns optimal Mögliche herausgeholt.» Angesichts der personellen Situation habe das sogar ihn überrascht, so der einstige Nationalspieler. «Nach unseren vielen Ausfällen sind viele junge Spieler über sich hinaus gewachsen, die zu Beginn der Saison nicht regelmäßig gespielt haben.» Das beweise einmal mehr, so der Trainer, das die Mannschaft intakt sei: «Kleiner Kader, großes Herz», erklärt Holzmann schlicht den Erfolg.

Mit dem heutigen Heimspiel gegen Bad Tölz (siehe Info-Kasten) geht es für die Mannschaft darum, an die guten Leistungen vor der Pause anzuknüpfen. Wirtschaftlich indes geht es um mehr: Die nächsten Heimspiele entscheiden laut Tiedge, wohin der Weg des EV Füssen führt. Seinen 88. Geburtstag will der Verein gegen den Ligaprimus SC Riessersee am 3. Dezember groß feiern - und zieht eigens in die Arena um. Mit ermäßigten Preisen von 8,80 Euro pro Karte hofft man, die bis dato fehlenden Zuschauer zu kompensieren. «Gelingt uns das nicht, dann sieht es zappenduster aus», so Tiedge.

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