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Eishockey
Wenn der sechste Mann fehlt

Obwohl die neue Spielzeit erst ein paar Wochen alt ist, schrillen bei den Verantwortlichen des EV Füssen bereits die Alarmglocken: Grund für die Gefahrenmeldung ist mitnichten die sportliche Situation, als vielmehr jene auf den Rängen. War es im Vorjahr noch die Mannschaft von Georg Holzmann, die nach ihrer sportlichen Misere die Play-offs verpasste, befinden sich in diesem Jahr die Zuschauerzahlen auf Talfahrt. Gegen Passau fanden am Sonntagabend gerade einmal 624 Anhänger den Weg ins Bundesleistungszentrum. Das Schlimme daran: Gegen Deggendorf sowie Selb waren es noch weniger.

«Letztes Wochenende war der EV Füssen in einem Bereich, in dem die Buskosten zu den Auswärtsspielen allein höher waren als die Einnahmen an der Abendkasse», rechnet der geschäftsführende Vorstand Jürg Tiedge vor. Er macht sich Sorgen um den Fortbestand des Vereins. «Unter diesen Umständen wird es für uns ganz schwer, Eishockey in der Form überhaupt noch zu erhalten.» Insbesondere das fehlende Derby gegen den Erzrivalen Kaufbeuren sei deutlich spürbar. In zwei Spielen gegen den heutigen Zweitligisten pilgerten vor drei Jahren zusammen rund 7000 Zuschauer an den Kobelhang. Bei dem momentanen Schnitt von 700 Anhängern pro Auftritt wären zehn Spiele notwendig.

Auch die Strukturreform der Oberliga hat für den EV Füssen nicht die erhoffte Verbesserung gebracht: Trotz der heuer ausschließlich bayerischen Duelle in der Gruppe Süd der Oberliga hat der Zuspruch im Vergleich zum ohnehin nicht guten Vorjahr noch einmal abgenommen. Eine Erklärung dafür hat beim EV Füssen niemand.

Im Gegenteil. «Wir spielen gut, sogar besser als erwartet, gewinnen und doch kommen nicht mehr Leute ins Stadion», bedauert Eric Nadeau. Der Kapitän ist der festen Überzeugung, dass sein Team mehr Unterstützung verdient hätte. «Mehr Zuschauer bedeuten mehr Stimmung: Das ist wie ein Mann mehr auf dem Eis», so der Kapitän.

Hoffnungen des Teams ruhen jetzt auf den nächsten Spielen: Mit Bad Tölz, Landsberg sowie Riessersee kommen drei sportlich attraktive Gegner nach Füssen an den Kobelhang, die auch aufgrund räumlicher Nähe auf mehr Zuspruch hoffen lassen. Denn an ein Aufgeben denkt man in Füssen noch lange nicht.

So plant der Verein, seinen 88. Geburtstag Anfang Dezember mit den Fans groß zu feiern - und zieht für die Partie gegen Riessersee in die Arena um (siehe Infokasten). «Wenn es uns da gelingt, die Halle einigermaßen zu füllen, dann können wir viel kompensieren», erklärt Jürg Tiedge das Vorhaben, bei dem ermäßigte Eintrittskarten als eine Art Geburtstagskarte gelten sollen. Viel hänge für den Verein an der Resonanz auf dieses Spiel. «Daran müssen wir die Zukunft des EV Füssen festmachen», lässt Tiedge tief blicken. (map)

 

Bei derzeit rund 700 Zuschauern im Schnitt bleiben bei den Spielen des EV Füssen auch in der Halle 1 des Bundesleistungszentrums viele Plätze leer. Archivfoto: Köhntopp

«Gelingt es uns nicht, die bis jetzt fehlenden Zuschauer zu kompensieren, dann sieht es mehr als zappenduster aus.»

Jürg Tiedge

«Diese Mannschaft zeigt jede Woche gutes Eishockey und hat verdient, dass mehr Zuschauer kommen.»

Kapitän Eric Nadeau

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