Behindertensport
Sport mit Handicap: Unterricht der anderen Art

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Zwei Sporthallen im Gymnasium Füssen. In einer nehmen Mädchen und Jungen in Rollstühlen Platz und fahren kreuz und quer durch die Halle. Lachen. «Hey, du bist mir im Weg.» In der anderen Halle setzen ihre Schulkameraden große dunkle Brillen und stolpern umher. «Hilfe, ich seh nichts mehr.» Das Gymnasium Füssen bietet den Schülern der 11. Klassen an diesem Tag die Möglichkeit, am Projekt «Neue Sporterfahrung» der Telekom teilzunehmen. An diesem Tag können sich die Jugendlichen in den beiden Sportarten Rollstuhlbasketball und Blindenfußball ausprobieren.

Auf spielerische Art soll den Teilnehmern der Respekt vor Menschen mit Handicap nahe gebracht werden. << Es ist ein wichtiges Stück Lebenserfahrung, das wir unseren Jugendlichen mit auf den Weg geben >>, erklärt Schulleiter Wolfgang Fischer. << Es geht darum, Unsicherheiten und Berührungsängste gegenüber Menschen mit Einschränkungen abzubauen und stattdessen Werte wie Toleranz, Verständnis und Hilfsbereitschaft zu stärken. >>

In der einen Sporthalle wird Rollstuhlbasketball gespielt. Die ersten Versuche sehen noch etwas ungeschickt aus, doch rasch gewinnen die Schüler an Sicherheit. Unter Anleitung der beiden Nationalspieler vom USC München, Stefan Markus und Florian Fischer, lernen die Gymnasiasten den Umgang mit einem Rollstuhl. Und wer dachte, dass man für einen Sport im Sitzen weniger Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer braucht, wird schnell eines Besseren belehrt.

Teamleiter Christian Weber erzählt, dass viele Menschen die Herausforderungen des Leistungssports für Behinderte unterschätzen würden. << Es ist schade, dass der Behindertensport in Deutschland oft belächelt wird. Wir wollen den Jugendlichen zeigen, dass man trotz Behinderung sportlich aktiv sein und viel mehr schaffen kann, als sie es sich vielleicht vorstellen >>, sagt Weber. Trotz aller Anstrengung haben die Mädchen und Jungs einen Heidenspaß.

In der anderen Halle findet der Anstoß zu einem Fußballspiel der besonderen Art statt. Hier erleben die Schüler, was es heißt, blind Fußball zu spielen. Zu Beginn wirken die Jungen und Mädchen recht wackelig auf den Beinen und etwas verloren. Sie müssen sich erst noch daran gewöhnen, sich komplett blind zurechtzufinden und sich auf andere Sinne zu verlassen.

Dem Rasseln folgen

Besonders wichtig ist es, gut hinzuhören, sich durch das Rasseln im Ball und Zurufe von sehenden Mitspielern lenken zu lassen. Konzentriert kicken die Gymnasiasten den Ball hin und her - und erzielen ihre ersten Tore. << Es ist wirklich schwer >>, gestehen einige Schülerinnen. Dennoch alle haben sie richtig Spaß dabei: Immer wieder ist lautes Gelächter zu hören.

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