Porträt
Rasenkraftsportler Philipp Remmler aus Trauchgau gewinnt die Deutsche Meisterschaft

Wer bei fliegenden Steinen an Krawalle denkt, hat weit gefehlt: In Kombination mit Philipp Remmler sollte man stattdessen die Bundesspitze des Rasenkraftsports im Kopf haben. Ruhig und bedacht sitzt das Trauchgauer Nachwuchstalent am Küchentisch und betrachtet den Siegerpokal, den er bei der Deutschen Meisterschaft abgeräumt hat.

Er gehört in seiner Altersklasse zur absoluten Spitze im Land. Und das, obwohl er bis vor sieben Jahren noch nichts von diesem Sport gehört hatte. Völlig unbeabsichtigt landete Philipp vor sieben Jahren bei den Trauchgauer Rasenkraftsportlern.

Zu der Zeit eigentlich noch im Fußball aktiv, wollte er mit Leichtathletik beginnen. 'Im Fußball kam ich zu wenig zum Einsatz und ich wollte mich mehr bewegen', erzählt er. Da aber der Trainer der Leichtathleten zu diesem Zeitpunkt krank war, schickte man ihn zu den Rasenkraftsportlern. 'Und da bin ich dann geblieben, weil es so unglaublich Spaß macht', erklärt der Trauchgauer.

Doch was ist Rasenkraftsport eigentlich? 'Der Sport besteht aus drei verschiedenen Disziplinen', erläutert das junge Talent. Einmal gäbe es Hammerwerfen. Dann sei da noch Gewichtwerfen. 'Das ist dem Hammerwerfen ähnlich, aber die Kette ist kürzer.

' Und zuletzt fehle noch das Steinstoßen – 7,5 Kilogramm wiegt der Brocken, den Philipp bei der Deutschen Meisterschaft über acht Meter weit schleuderte. 'Steinstoßen ähnelt dem Kugelstoßen – man stößt aber nicht aus der Drehung, sondern mit Anlauf.'

Es gehöre neben dem fleißigen Training schon auch Begabung dazu, gibt der Meister mit einem Schmunzeln zu. 'Manchmal gehe ich nicht gern ins Training und würde lieber was mit meinen Freunden machen. Aber wenn ich dann auf dem Platz stehe, bin ich jedes Mal froh, dass ich da bin', schwärmt Philipp.

Trotz der ganzen Erfolge ist sein Sport bei ihm und seinen Freunden nur manchmal ein Thema. 'Ich musste oft erklären, was Rasenkraftsport eigentlich ist.

Jetzt wissen es alle und interessieren sich dafür – aber wir müssen ja nicht immer drüber reden.'

Philipps Vorbild ist Betty Heidler, mehrfache Weltmeisterin im Hammerwerfen. 'Sie hat eine richtig gute Technik', sagt der Jugendliche. Was sie erreicht hat, möchte auch er einmal schaffen. 'Europa- oder Weltmeister werden, ist ein Traum von mir.' Weltmeister könne er aber nur im Hammerwerfen werden, da bei den anderen Disziplinen keine WM-Titel vergeben werden – aber das sei sowieso seine Lieblingsdisziplin im Wettkampf.

Über sieben Kilo wiegt der Stein, den Philipp Remmler stößt.

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