Eishockey
Pfrontens neuer Trainer Michael Bielefeld verfolgt ehrgeizige Ziele

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Ein paar Wochen nach dem Abstieg in die Landesliga geht es mit dem EV Pfronten wieder etwas bergauf. Zwar sind die Falken nach dem Rückzug von Rudolf Klammsteiner weiterhin ohne Vorsitzenden.

Dafür hat der EV Pfronten nun einen Trainer für seine erste Mannschaft gefunden. Mit Michael Bielefeld kehrt ein alter Bekannter an die Bande zurück. Im Interview spricht der 41-Jährige über die Situation, seine Ziele - und verrät, wie er das Eishockey in Pfronten wieder nach vorne bringen will.

Herr Bielefeld, viele fragen sich, warum Sie erst jetzt nach dem Abstieg Trainer in Pfronten werden.

Bielefeld: Weil ich einfach aus beruflichen Gründen nicht die Zeit hatte, bereits eher etwas für das Eishockey zu machen. Seit einem halben Jahr arbeite ich wieder in Pfronten, so dass es mir erst jetzt wieder möglich ist. Der EV Pfronten liegt mir am Herzen, ich habe da von Kindesbeinen an gespielt und auch als Trainer lang schon hier gearbeitet.

Die Ausgangslage des EV Pfronten hat sich mit dem Abstieg in die Landesliga geändert, die Zuschauerzahlen sind zuletzt zurückgegangen. Wie stellen Sie sich die neue Saison vor?

Bielefeld: Ich denke, dass der Abstieg eine gute Chance für einen Umbruch ist. Es werden in Zukunft Spieler die Verantwortung übernehmen, die zuvor vielleicht mehr Zuspieler waren. Klar sollte aber jedem sein, dass die Landesliga in unserer Situation nicht einfach werden wird, wir wollen uns dort zuallererst etablieren. Sollte uns das gelingen, wäre ich zufrieden.

Die Kritik, es würden zu wenige Spieler aus den eigenen Reihen eine Chance bekommen, ist in Pfronten schon länger zu hören. Wird es unter Ihnen in diesem Bereich Änderungen geben?

Bielefeld: Zum jetzigen Zeitpunkt sind einige Spieler aus dem Nachwuchs für die neue Saison fest eingeplant. Auch werde ich versuchen, das eine oder andere Talent zurückzuholen beziehungsweise zu reaktivieren. Aber ich brauche Spieler, die neben dem Willen zu kämpfen auch eine gute Einstellung zu diesem Sport haben und Erfolg haben wollen.

Aber es geht nicht nur mit jungen Spielern

Bielefeld: das sollte jedem klar sein. Daher werde ich auch versuchen, einige erfahrene Leistungsträger zu halten oder dazu zu gewinnen. Insgesamt sollte es eine gesunde Mischung aus jungen und alten, aus erfahrenen und unerfahrenen Spielern sein. Es muss nur zusammenpassen.

Sie sind ein echtes Pfrontener Eigengewächs und haben vergangene Saison einige Spiele verfolgt. Was wollen - oder können - Sie ändern?

Bielefeld: Mein Ziel ist kein Neuanfang, sondern ein Umbruch. Ich werde versuchen, mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln eine Mannschaft zu formen, die auch wieder erfolgreich zusammenspielen kann. Zudem verfolge ich eine klare Linie und möchte ein System in das Team bringen. Deshalb werde ich schon bei der Zusammenstellung des Kaders speziell darauf achten, solche Spieler zu finden, die in der Lage sind, das umzusetzen. Sollte mir das gelingen, bin ich mir sicher, dass der Erfolg und der Spaß für Mannschaft und Fans wieder zurückkehren.

Stichwort Fans: Sie waren selbst häufiger Gast in der Fankurve. Was haben Sie mitnehmen können und wie wollen Sie die abgewanderten Fans wieder ins Stadion zurückholen?

Bielefeld: Zunächst stelle ich fest, dass Pfronten einen harten Kern an Fans hat, die trotz der Niederlagen weiter ihr Team unterstützt haben. Wie alle Fans wollen aber auch sie ihre Mannschaft siegen sehen, das ist klar. Ich denke aber, dass die Pfrontener Fans dann schon zufrieden sind, wenn sie erkennen, dass jeder sein Bestes gibt und bis zum Schluss kämpft. Und genau da wollen wir wieder hinkommen.

Doch auch der Umstand, dass die Mannschaft ein neues Gesicht erhält und einige alte und neue Spieler nach Pfronten kommen, lockt, hoffe ich, vielleicht wieder den einen oder anderen Zuschauer zu uns ins Stadion. Ich hoffe, dass die Zuschauer dem Ganzen eine faire Chance geben.

Sie sagten, die Kaderplanungen seien bereits weit vorangeschritten. Können Sie schon Namen nennen?

Bielefeld: Namen möchte ich derzeit noch keine nennen, dies wird jedoch in Kürze erfolgen. Ich hoffe, dass unsere Planungen Ende Mai ihren Abschluss finden. Ich möchte mich aber auf diesem Weg schon einmal bei den Spielern und auch Betreuern bedanken, die mir ihre Zusagen bereits gegeben haben. Das ist nach der gerade erst abgelaufenen Saison durchaus bemerkenswert.

Bis Ende Mai klingt für diese Liga relativ schnell, wie kam es dazu?

Bielefeld: Zum einen liegt es wohl daran, dass der Verein sehr schnell reagiert hat und mich unmittelbar nach dem Abstieg kontaktiert hat. Zum anderen war mir nach den Gesprächen mit der Vereinsführung schnell klar, dass wir bezüglich der neuen Saison die gleichen Vorstellungen haben, so dass ich zugesagt habe. Gleich danach habe ich mit der Zusammenstellung des Kaders begonnen. Ich hatte das Gefühl, dass einige Spieler darauf gewartet haben, kontaktiert zu werden. Die Reaktionen waren durchweg positiv.

Das Gespräch führte Jochen Knaebel

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