Rollstuhlcurling
Minimalziel ist Platz sieben

Christiane Steger (35) reist morgen mit der Nationalmannschaft nach Prag zur Rolli-Curling-Weltmeisterschaft. Beim Abschlusstraining unter Leitung von Trainer Helmar Erlewein aus Schwangau im BLZ zeigte sich die Füssenerin im Gespräch mit unserer Zeitung sehr optimistisch, was eine gute WM-Platzierung auf dem Prager Eis betrifft. Das Finale ist am Dienstag, 1. März.

Sie waren mit dem Team in Vancouver bei den Paralympics. Welchen Stellenwert hat in diesen Tagen die WM 2011 in Prag für Sie?

Steger: Nach den Paralympics in Kanada ist das jetzt mein zweites großes Turnier. Mit unserem Team konnte ich bereits an weit über einem Dutzend Wettbewerben mit internationaler Beteiligung dabei sein. Aber Deutschland bei der WM vertreten, ist in meiner sportlichen Laufbahn sicher ein Höhepunkt. Das ist doch klar. Darauf haben wir uns intensiv vorbereitet. Unter Anleitung habe ich an meiner Abgabe-Technik gefeilt und sie verbessert.

Marcus Sieger, der neue Skip des Teams, hat 2009 bereits WM-Bronze gewonnen. Wie stehen die Medaillenchancen 2011?

Steger: In erster Linie geht es um unser Minimalziel, das wir im Turnier auch als Außenseiter eigentlich erreichen müssten. Wenn wir unter den zehn Teams Platz sieben belegen, steigen wir nicht ab. Natürlich wollen wir besser abschneiden. Jeder, der zur WM fahren darf, hat doch den großen Traum, mit einer Medaille um den Hals zurückkommen. Das wäre schön und liegt auch im Bereich des Möglichen. Weil hier jeder gegen jeden spielt, gibt es neun Chancen, um Siege einzufahren. Die vier besten Teams aus der Vorrunde sind im Halbfinale.

Gibt es einen Top-Favoriten?

Steger: Kanada. Dem kanadischen Team räume nicht nur ich die größten Chancen ein. Ganz schwer abzuschätzen ist in dem relativ ausgeglichen Teilnehmerfeld, wie stark die Koreaner und die Chinesen sind.

Rolli-Curling setzt nach dem Reglement ein Mixed-Team voraus. Die Mannschaft hat sich so verändert, dass Sie einige Zeit die einzige Frau im erfolgreichen Team von Nationaltrainer Erlewein waren. Ist das noch so?

Steger: Wir fahren mit Betreuer zu acht nach Prag und ich bin froh, dass wir drei Mädels sind. Unsere Physiotherapeutin Marion Demeter aus Füssen ist bei den großen Turnieren immer dabei. Neu im aktiven Team ist Heike Melchior von Eintracht Frankfurt. Sie könnte auf der Position als Lead oder Second spielen.

Lead wäre Ihre Position. Sind sie fit für das große Turnier? Oder beeinträchtigt vielleicht eine Verletzung Ihre Form?

Steger: Topfit und in bester Stimmung. Für uns alle ist es jedoch gut zu wissen, dass wir mit der Neu-Nationalspielerin eine gute Curlerin auf der Bank haben. Mindestens eine Frau muss immer auf dem Eis sein. Wenn nicht, bedeutet das ohne Wenn und Aber Disqualifikation. Davor sind wir durch unsere Neue im Team geschützt. Wir werden in Prag zeigen, dass wir keine Angst vor den großen Teams haben. Gut gebrauchen könnten wir im Turnier natürlich auch etwas Glück.

 

Christiane Steger

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