Interview
«Für mich ist es ein kleines Wunder»

Auf ein ereignisreiches - und erfolgreiches - Jahr kann der Vorsitzende des FC Füssen zurückblicken: Die erste Mannschaft ist als Meister der Kreisliga in die Bezirksliga aufgestiegen. Dafür wurde das Team nun zur Sportlerehrung der Stadt Füssen eingeladen, die am Freitag, 21. Januar, um 19 Uhr im Saal der Sparkasse stattfindet. Doch Herbert Hiemer hält sich nicht lange bei der positiven Bilanz auf. In einem Gespräch mit unserer Zeitung wird deutlich: Auf den Lorbeeren mag sich der Verein nicht ausruhen. Zumal in der Vergangenheit nicht alles geklappt hat.

Herr Hiemer, mit einem Wort: Wie sind die Saison in der Kreisliga und die bisherigen Spiele in der Bezirksliga aus Ihrer Sicht gelaufen?

Hiemer: Sensationell. Für mich persönlich war es schon ein kleines Wunder, dass wir nach vielen Jahren wieder gegen Kempten spielen konnten und dabei mit dem Unentschieden zu Hause und einem knappen Sieg im Illerstadion geradezu sensationelle Ergebnisse erzielt haben. Wenn ich hier für den gesamten Vorstand sprechen darf, dann haben wir ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr 2010 erlebt. Nicht nur die erste Mannschaft macht uns und der jetzt wachsenden Fangruppe viel Freude.

Wer noch?

Hiemer: Unsere Jugendarbeit funktioniert sehr gut und bleibt ein Aushängeschild des Vereins. Allerdings sind wir immer auf der Suche nach Trainern für die Jugend. Sportvereine und Kinder, das gehört zusammen. Nicht zuletzt kann man mit den Jahren im Verein eine Heimat finden. Die Kameradschaft bei unseren AH-Fußballern ist dafür ein gutes Beispiel.

Die Frauenmannschaft ist indes schnell wieder vom Fußballfeld verschwunden. Sie war mit großen Zielen angetreten. Ist der Frauenfußball damit für Füssen wieder Vergangenheit?

Hiemer: Es stimmt leider: Unser Projekt Frauenfußball konnte aus zahlreichen Gründen nicht funktionieren. Wir sollten jedoch nicht den Fehler machen, jetzt einen Sündenbock zu suchen, dem man alles in die Schuhe schieben kann. Die Mannschaft wurde aus dem Spielbetrieb ausgeschlossen, weil sie zu Spielen nicht antreten konnte. Der Frauenfußball bleibt beim FC Füssen aber Thema. Nächstes Mal machen wir es besser, weil wir uns zutrauen, aus Fehlern zu lernen.

Das heißt für die Zukunft: die Ansprüche herunterschrauben?

Hiemer: Denkbar wäre zum Beispiel, dass Fußballerinnen unter neuer Leitung in einer Hobbyrunde zu einem Team werden, das sich dann neue Ziele setzt.

Ein Ziel, das Sie und den Vorstand in die Kritik gebracht hat, ist der Kunstrasenplatz. Die Stadt hat kein Geld dafür und winkt ab, so sehr die Notwendigkeit eines solchen Feldes betont wird. Geben Sie das Ziel jetzt auf?

Hiemer: In der Sportstadt Füssen gibt es für Kinder keinen Bolzplatz - und leider auch nicht genügend Möglichkeiten für andere Ballspiele. Als multifunktionales Feld wäre ein Kunstrasenplatz dann für alle da: für Vereine, Schulen und für den gesamten Breitensport. Daher lassen wir diese Idee eines solchen Treffpunkts nicht in der Schublade verschwinden. Mit anderen örtlichen Vereinen, der Stadt und der Wirtschaft suchen wir Partner, um den Plan zu verwirklichen.

Wie sehen Ihre sportlichen Wünsche für die nächsten Monate aus?

Hiemer: Wir wünschen dem zunächst nur kommissarisch tätigen neuen Jugendleiter Benjamin Schwaiger alles Gute in seinem Amt. Wichtig ist uns, dass die A-Junioren als Aufsteiger in die Bezirksoberliga den Klassenerhalt noch schaffen und dass unsere beiden Herrenteams gut aus der Winterpause kommen. Trainer Christoph Egeter und sein Team sollten Platz sechs erreichen, damit die Zeit in der B- Klasse wieder vorbei ist.

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