Eishockey
EV Füssen verliert Heimspiel gegen EV Weiden mit 4:8

EV Füssen gegen den 1. EV Weiden

Lehrgeld bezahlt. Aufsteiger EV Füssen leistet sich im Heimspiel gegen die Blue Devils Weiden ein indisponiertes Anfangsdrittel, und unterliegt dadurch trotz klarer Leistungssteigerung im restlichen Spiel deutlich mit 4:8 (0:5, 2:1, 2:2). Den routinierten Gästen war nach der klaren Führung der Sieg nicht mehr zu nehmen, der EVF war am Ende um eine Lektion im Lernprozess reifer.

Mit vier Sturmreihen angetreten hätte man gedacht, dass das Heimteam Weiden von Anfang an stark unter Druck setzt. Doch statt Sturm gab es windige Zweikampfführung, welche die Gäste dann auch buchstäblich weidlich ausnutzten. Nach 50 Sekunden setzte Heinisch die Scheibe bei einem Konter an den Innenpfosten. Schusser traf von der blauen Linie ebenfalls den Pfosten, Heinisch vergab einen weiteren Konter. Dann folgte Zählbares. Rubes überraschte mit einem Schlenzer zum 0:1.

Keine zwei Zeigerumdrehungen später verlor ein Füssener Verteidiger als letzter Mann die Scheibe an der eigenen blauen Linie – Pronath zum 0:2. Wieder nur eine Minute später Befreiung der Gäste, Siller eher an der Scheibe als der Füssener Abwehrspieler, Bauerntrick, und die Scheibe geht von Hötzingers Schiene ins Netz. Als dann auch noch ein Schlenzer von Habermann unglücklich zum 0:4 durchrutschte, wechselte Trainer Becherer den Torhüter und brachte Maximilian Meier. Dieser konnte sich gleich zweimal auszeichnen, musste aber dennoch das 0:5 hinnehmen. Bully, Schlagschuss, Abstauber Rubes. Einfach und effektiv.

Hatte sich nach den ersten zwanzig Minuten ein Debakel angedeutet, so sah man ab dem zweiten Abschnitt eine ganz andere EVF-Mannschaft. Füssen hatte auf drei Reihen umgestellt und begann sofort mit einem offensiven Feuerwerk. Nach 22 Sekunden verfehlte Guth das leere Eck, Deubler scheiterte keine halbe Minute später aus kurzer Distanz, Nadeau traf den Pfosten und Payeur zielte knapp vorbei. Der Kanadier setzte nach gut fünf Minuten dann aber doch endlich die Scheibe zum 1:5 in den Torwinkel, Vogl und Meier hatten gleich danach Riesenchancen zum zweiten Treffer.

Der wollte nicht fallen, im Gegenteil nutzte Weiden sein zweites Überzahlspiel nach nur 16 Sekunden durch einen satten Schuss von Geisberger eiskalt zum 1:6. Doch Füssen antwortete mit einem Traumtor durch Guth auf Vorlage von Payeur bereits mit dem nächsten Angriff zum 2:6. Noch in der gleichen Minute scheiterte Deubler wieder am Pfosten, und auch sein zweiter Versuch landete nicht im Netz. Kurz darauf stand Keller zweimal frei vor dem Tor, doch auch er konnte die Scheibe nicht unterbringen.

Die letzte Minute des Abschnitts sah dann zwei gefährliche Konter der Gäste, aber auch drei Schüsse der Füssener, die jeweils nur knapp vorbei gingen. Das Drittel ging verdient mit 2:1 an die Schwarz-Gelben, wobei die Ausbeute von zwei Treffern bei 22 Torschüssen in diesem Abschnitt eigentlich fast schon zu gering war.

Im Schlussdrittel begann der EVF weiter offensiv, verfehlte aber zunächst mehrmals das Tor und musste zum dritten Mal in Unterzahl. Kaum wieder komplett gelang Eric Nadeau in der 46. Minute das 3:6. Und Füssens Kapitän hatte eine Minute später bei einem Konter sogar den vierten Treffer auf dem Schläger, sein Versuch wurde jedoch geblockt und im Gegenangriff besorgte Geisberger das 3:7.

Damit war natürlich die Vorentscheidung gefallen, auch wenn die Ostallgäuer nochmals alles versuchten. Trainer Becherer tauschte bereits zehn Minuten vor Spielende erstmals den Torhüter gegen einen zusätzlichen Feldspieler ein, insgesamt agierte der EVF in der Schlussphase fast sechs Minuten lang ohne Goalie. Man musste auch selbst für eine Überzahl sorgen, da der Unparteiische den Gästen einiges durchgehen ließ, sie erhielten im gesamten Spiel nur zwei Strafzeiten.

Quirin Stocker netzte dann noch zum 4:7 ein, ehe Weiden in der Schlussminute ins leere Tor traf. Insgesamt zeigte sich Füssen zwei Drittel ebenbürtig und mit den besseren Chancen, nach dem ersten Abschnitt konnte der verdiente Sieger aber nur Weiden heißen.

Trainer Ken Latta (Weiden): „Im ersten Drittel waren wir natürlich die klar bessere Mannschaft. Das zweite war schwierig, es haben wohl alle gedacht, sie können jetzt Tore schießen, dabei gibt es schon einen Grund, warum sie in Weiden und nicht woanders spielen. Das geht so nicht. Wir müssen einfach das machen, was wir auch können. Im letzten Drittel haben wir da zum Glück wieder in die Spur gefunden.“

Trainer Andreas Becherer (Füssen): „Heute hatte ich das Gefühl, als ob wir die lange Busanreise hatten und nicht Weiden. So eine Leistung wie zu Beginn nimmt dir von Anfang an die Chance, von der ersten Minute weg. In der Drittelpause habe ich gesagt, dass ich jetzt nur noch Charakter und Wille sehen möchte, das Ergebnis ist mir egal. Das hat mit Anstand zu tun und gehört sich auch für die Zuschauer, die uns unterstützen. Wenn wir so spielen wie im zweiten und letzten Drittel haben wir eine Chance zu punkten, das hat man auch gegen Selb gesehen. Dazu muss man aber halt auch noch im Spiel sein. Wir sind in einer Lernphase, die sollte aber nicht zu lange dauern. Nächste Woche geht es weiter, dann wieder ab der ersten Sekunde.“

Autor:

Michael Lang aus Kempten

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