Eishockey
EV Füssen besiegt die Selber Wölfe mit 4:3

EV Füssen besiegen die Selber Wölfe mit 4:3.
  • EV Füssen besiegen die Selber Wölfe mit 4:3.
  • Foto: EV Füssen
  • hochgeladen von Stephanie Eßer

Toller Einstand für den Eissportverein Füssen. Im ersten Oberligaspiel nach dem Aufstieg konnte die Mannschaft um Kapitän Eric Nadeau die favorisierten Selber Wölfe mit 4:3 (1:2, 2:1, 1:0) bezwingen. Dabei brauchten die Schwarz-Gelben erst ein Drittel lang, um in der neuen Spielklasse anzukommen. Füssen trat mit vier Reihen an, wobei erstmals in dieser Saison Quirin Stocker mitwirken konnte. Es fehlten Stefan Rott, Louis Landerer und Manfred Eichberger.

Vor über 1100 Zuschauern waren die Gäste im ersten Abschnitt das klar überlegene Team. Charley Graaskamp netzte bereits in der zweiten Spielminute zur frühen Führung ein, Richard Gelke legte das 0:2 nach. Benedikt Hötzinger im EVF-Tor hatte Schwerstarbeit zu verrichten. Ondruschka, Schmidt, gleich dreimal McDonald – bei 21 gegnerischen Schüssen auf das Tor hätte man sich nach den ersten 20 Minuten über einen höheren Rückstand nicht beklagen dürfen. Doch Selb versäumte es nach zu legen, und bei der ersten Strafzeit gegen die Oberfranken packte Lubos Velebny einen seiner gefürchteten Schüsse aus. Die Scheibe schlug zum 1:2 ein und hielt den EVF im Spiel. Nach schönem Stocker-Pass hatte Tobias Meier sogar noch eine gute Konterchance.

Auch das zweite Drittel begann mit dominanten Gästen. Füssen kam zunächst fast zwei Minuten lang nicht aus der eigenen Zone heraus. Dann gab es aber die zweite Strafzeit gegen die Mannschaft von Trainer Henry Thom und erneut schlug der EVF sofort zu. Nach einem abgewehrten Velebny-Schuss markierte Dejan Vogl das zu diesem Zeitpunkt überraschende 2:2. Danach entwickelte sich ein völlig anderes Spiel. Die Wölfe waren beeindruckt, Füssen bekam Oberwasser. Payeur, Nadeau und Wiedemann hatten gute Chancen, in Unterzahl bekam Sam Payeur sogar einen Alleingang, welchen Gästekeeper Niklas Deske aber entschärfte. Wie schnell es in der Oberliga gehen kann zeigte die 34. Minute. Die Ostallgäuer agierten zu offensiv, ein langer Pass erreichte Graaskamp, und der ließ sich die Chance zum 2:3 nicht entgehen. Und bereits beim nächsten Angriff musste Hötzinger in höchster Not gegen Kabitzky klären. Als ein abgefälschter Nadeau-Schuss nur knapp über das Gehäuse ging, war das aber der Startschuss für eine neue Füssener Offensive. Mit schnellen Angriffen wurde der Gegner unter Druck gesetzt, und eine schöne Kombination schloss erneut Dejan Vogl zum 3:3-Ausgleich ab. Als Marc Hofmann kurz vor Drittelende den Pfosten anvisierte, lag erstmals die EVF-Führung in der Luft.

Auch in der 42. Minute eine Riesenchance für die Heimmannschaft, Dejan Vogl lief alleine auf das Gästetor zu, scheiterte aber. Dann wurde es brenzlig. Für eine ungestüme Aktion wurde Jalen Schulz mit vier Strafminuten bedacht. Doch mit viel Einsatz und Kampf konnten die Füssener diese Situation überstehen und blieben weiterhin im Spiel. Und sie waren in der Schlussphase die tonangebende Mannschaft. Stocker, Payeur und Besl scheiterten zunächst noch, als sich Selb in der Schlussphase zwei Strafzeiten hintereinander abholte, nutzte der EVF die zweite dieser Chancen aber aus. Marco Deubler verwertete den Abpraller nach einem Schuss von Marc Besl zum viel umjubelten 4:3. Viel umjubelt war dann auch Benedikt Hötzinger, der 1,5 Sekunden vor Spielende noch einmal eine Fanghandparade auspackte und den Auftaktsieg festhielt.

Trainer Henry Thom (Selb): „Es war eigentlich das erwartete Spiel. Im ersten Drittel hätten wir höher führen müssen. Nach den Überzahltoren war Füssen aggressiver in den Zweikämpfen, und am Ende um das eine Tor besser, das geht insgesamt so in Ordnung. In Überzahl waren wir nicht geradlinig genug, haben zu wenig geschossen. Manchmal muss man das Spiel einfacher halten.“

Trainer Andreas Becherer (Füssen): „Ich bin natürlich sehr glücklich über den Start, ich bin stolz auf das Team und freue mich für die Jungs, die seit Juli sehr hart gearbeitet haben. Ein großer Dank geht an unsere Fans, die mit ihrer Unterstützung heute das wichtige Wir-Gefühl erzeugt haben. Auch für mich war es das erwartete Spiel, wir wussten dass Selb nicht viele Chancen braucht und da ist es schwierig, die Balance zwischen Abwarten und Draufgehen zu finden. Zum Glück konnten wir im ersten Drittel das Spiel eng halten, danach sind wir dann immer sicherer geworden.“

Autor:

Michael Lang aus Kempten

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