Ramadan
Der Ramadan verlangt muslimischen Fußballern in der Vorbereitung viel ab

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Bei allem Respekt vor Erzengel Gabriel: Als er im Jahre 610 nach Christus dem Propheten Mohammed in einer Höhle im Berg Hira den Koran offenbart hat, da konnte er nicht wissen, in welche Schwierigkeiten er Fußballer einmal bringen würde.

Da Gabriel die Heilige Schrift im Monat Ramadan übermittelte, gilt dieser bei Muslimen als besonders: Seither sollen sie im Ramadan, dieses Jahr zwischen dem 1. und 29. August, fasten. Zwischen Morgendämmerung sowie Sonnenuntergang dürfen die Gläubigen weder etwas essen noch trinken.

Eine Herausforderung, die für muslimische Fußballer gerade Sommer, in Zeiten der kraftraubenden Vorbereitung auf die neue Saison, eine besondere ist. Das spüren derzeit auch die Spieler von Türk Gücü Füssen. Rund die Hälfte der türkischen Mannschaft inklusive Trainer fastet im Ramadan, verzichtet auch nach schweißtreibenden Einheiten auf Getränke. Aus freien Stücken, wie der Trainer erklärt.

<< Wir beten nicht fünfmal am Tag, aber der Ramadan ist wichtig, da wir mit dem Fasten unsere Tradition aufrechterhalten >>, erklärt Savas Uygur. Und so schlimm, wie es sich anhört, sei der Verzicht untertags auch wieder nicht. << Die ersten zwei Tage sind hart, danach hat sich der Körper auf das Fasten eingestellt >>, so der 36-jährige Trainer.

Zugute komme den Gläubigen, dass im Essverhalten der Kulturen deutliche Unterschiede bestehen: << In der westlichen Kultur bestimmt häufiger die Lust am Essen das Essverhalten, während im Orient ausschließlich dann gegessen wird, wenn man auch Hunger hat >>, sagt er. Die Mär, dass man drei Liter am Tag trinken müsse, gebe es in der Kultur seiner Vorfahren nicht.

Als Trainer kommt ihm in diesen Tagen eine besondere Verantwortung zu: Savas muss mehr denn je auf die Gesundheit seiner Spieler achten, zumal sich die Fastenzeit auch auf die Leistungsfähigkeit niederschlägt. << Die Sprints am Ende der Einheiten finden ohne uns statt >>, ist Mittelfeldspieler Cem Cebecioglu froh, dass die Fastenden eine Viertelstunde früher zum Duschen dürfen.

Er gibt offen zu, dass er im Training derzeit nicht hundert Prozent geben kann. << Das verlange ich auch nicht >>, verrät Trainer Uygur. Und doch ist er mit der Verfassung seiner Spieler zufrieden. << Wir sind auf einem guten Stand >>, so Uygur. Kein Wunder: Auch mit Blick auf den Ramadan hat Türk Gücü schon Ende Juni mit der Vorbereitung losgelegt. << Für unsere Gegner wird es nicht leichter, nur weil wir fasten >>, so Cebecioglu. << Wir anderen Spieler laufen sonst einfach mehr >>, sagt Ediz Süzer.

Wie er fastet auch Serkan Karaman vom FC Füssen nicht: << Ich bin auf Medikamente angewiesen - die muss ich mit Wasser einnehmen >>, so der Asthmatiker. Er ist daher von den Vorschriften ausgenommen. Immerhin daran hat Gabriel einst gedacht.

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