Eishockey-Pressemitteilung
Denkwürdiges 8:4 gegen Königsbrunn bringt dem EV Füssen die Tabellenführung

Der altehrwürdige Kobel hat schon so einige Eishockeyspiele erlebt, die Partie des EV Füssen gegen den ambitionierten Aufsteiger Königsbrunn war sicher eines der denkwürdigeren und wird noch länger in Erinnerung bleiben. Nach eher schwachem Beginn siegten die Mannen von Trainer Andi Becherer am Ende hochverdient mit 8:4 (0:0, 6:3, 2:1), und setzten sich am zweiten Spieltag an die Tabellenspitze der Bayernliga.

Die Anfangsphase der Partie gehörte dabei klar den Gästen, welche am Freitag zuhause gegen Peißenberg nach einer 7:3-Führung noch mit 7:10 unterlegen waren. Sie traten ohne ihre beiden Kontingentspieler Lukas Hruzik und Hayden Trupp an, beim EVF fehlten im Vergleich zum Freitag die DNL-Spieler sowie Routinier Ron Newhook. Bereits in der ersten Minute setzte EHC-Starzugang Dominik Auger die Scheibe nach einem Alleingang an den Pfosten, in der Folge hatte der zweite prominente Neuzugang, Ralf Rinke, zweimal die Führung auf dem Schläger. Insgesamt präsentierte sich Königsbrunn als abgeklärter Gegner mit den erwartet starken Einzelspielern. Im Laufe des Abschnitts fanden die Füssener aber besser ins Spiel und hatten in der letzten Minute selbst die große Chance zur Führung, Payeur scheiterte aber gleich zweimal frei vor dem Tor.

Im zweiten Drittel wurde es nach der Nullnummer im ersten Abschnitt dann turbulent. Die Gäste hatten zunächst zwei Überzahlspiele, Benedikt Hötzinger im EVF-Kasten war aber nicht zu überwinden. Von der Strafbank kommend nahm dagegen Lubos Velebny die Scheibe auf und versenkte sie per Schlagschuss im Netz der Brunnstädter. In der 27. Minute gab es nach bis dahin drei Hinausstellungen gegen Füssen die erste Strafe gegen Königsbrunn. Hier gab es viel Druck des EVF, welcher kurz nach Ablauf der Strafzeit durch Markus Vaitl in das 2:0 umgewandelt wurde. Bei einer weiteren Hinausstellung schien die Chance zum dritten Treffer gekommen zu sein, nach einem Fehler der Füssener an der blauen Linie gelang Lukas Fettinger nur eine gute Minute später aber ein Unterzahltor zum Anschluss. Und auch bei der nächsten Strafzeit fiel ein Treffer, erneut war Königsbrunn in Unterzahl, diesmal durch Ralf Rinke, erfolgreich. Kurios: Das Tor wurde ermöglicht, weil die Linienrichterin den letzten EVF-Spieler in bester Verteidigermanier abblockte.

Nun überschlugen sich die Ereignisse. Nur achtzehn Sekunden später nutzte Marius Klein die Überzahl zum 3:2, dreiundzwanzig Sekunden später glich Patrick Zimmermann zum 3:3 aus, und wieder nur siebzehn Sekunden danach stellte Markus Vaitl auf 4:3. Was in diesem Abschnitt immer mehr zu sehen war: Königsbrunn bekam nach starkem Beginn große Probleme mit dem Spieltempo der Füssener. Einen schnellen Konter schloss Marc Besl im Anschluss zum 5:3 ab, und in Überzahl traf Samuel Payeur sogar zum 6:3.

Nach diesem schon als verrückt zu bezeichnendem Abschnitt wurde es im letzten deutlich ruhiger. Trotzdem nutzten die Schwarz-Gelben gleich in der ersten Minute einen Abwehrfehler durch Markus Vaitl zum 7:3, und hätten bei Riesenchancen durch Besl, Klein und Nadeau bereits für ganz klare Verhältnisse sorgen können. Die einzige Strafe gegen den EVF in diesem Abschnitt nutzte der EHC dagegen mit einem durch Dominik Schönwetter abgefälschten Schuss zum vierten Treffer, während die Füssener ebenfalls mit einem Mann mehr durch Marc Besl den Endstand von 8:4 herstellen konnten.

Co-Trainer Michael Schöppl (Königsbrunn): „Achtzehn Gegentreffer am Wochenende sind achtzehn zu viel. Wir haben im ersten Drittel sehr gut angefangen, die Defensivarbeit war in Ordnung. Im zweiten waren wir nach dem Ausgleich zum 2:2 dran, haben aber wieder zu viele dumme Strafen bekommen. Wir müssen einfach cleverer werden und von der Strafbank weg bleiben, so bringen wir uns selbst um den Lohn für die harte Arbeit.“

Trainer Andreas Becherer (Füssen): „Im ersten Drittel hat man heute zwei abwartende Teams gesehen, für meinen Geschmack waren wir dabei zu vorsichtig. Im zweiten Abschnitt haben wir viel mehr Energie ins Spiel gebracht, das sah dann gleich anders aus. Trotzdem sind wir zweimal bei Führung ins offene Messer gelaufen, davor habe ich gewarnt, man muss immer konzentriert sein, auch wenn zwei Treffer sehr unglücklich waren. Wir haben Teamgeist und Wille auf das Eis gebracht, das war der Schlüssel zum Sieg.“

Autor:

Michael Lang aus Kempten

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