Porträt
Benzin im Blut

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Gott denkt, Max lenkt: Diesen Leitspruch hat der Teamchef der Quadconnection aus Halblech, Clemens Köpf, eigens für Max Kotz gedichtet. Köpf weiß, wovon er spricht - immerhin hat er das Talent des damals 16-Jährigen für den Motorsport erkannt. Heute hat der inzwischen 18-jährige bereits einige Rennen mit dem Quad erfolgreich gelenkt. Dabei habe alles eher unspektakulär begonnen: «Wir sind so ins Reden gekommen - und dann habe ich einfach gefragt, ob ich mal mit zum Training fahren darf. Es hat von Anfang an alles gut geklappt», erzählt der Auszubildende zum Mechatroniker. Seitdem sammelt der junge Quadfahrer Pokale. Erst dieses Jahr ist er Vizemeister bei der German Cross Country Cupwertung geworden - nur einer seiner zahlreichen Trophäen.

Max betont im Gespräch häufiger, dass er weiß, wem er seinen Erfolg zu verdanken hat: «Ohne die Quadconnection wäre das alles nicht möglich. Clemens Köpf kümmert sich um Reparaturen und alles Technische. Ich habe auch einen Sponsoring-Vertrag mit ihm. Sonst wäre das auch aus finanzieller Sicht nicht möglich.» Das ist eine der Schattenseite seines liebsten Sports: «Quadfahren ist wahnsinnig kostspielig und sehr zeitaufwendig.» Allein um zu trainieren, muss er mit der Mannschaft bis nach Habach bei Murnau fahren. «Hier in der Umgebung gibt es eben keine Strecke», bedauert Max. Von daher sei es auch nicht möglich, mehr als zwei- bis dreimal im Jahr richtig zu trainieren, weil man «ja nirgendwo mit dem Quad fahren darf.»

Auch die Wettbewerbe finden nicht um die Ecke statt: «Zwischen April und Oktober bin ich acht Rennen im Bereich Thüringen gefahren. Das waren einfach rund 400 Kilometer Anfahrtsstrecke für je ein zweistündiges Rennen», erklärt Max. Diese Fahrtzeiten nimmt der begeisterte Quadfahrer indes gern in Kauf. Ihm macht es «wahnsinnig viel Spaß.» Und um noch mehr Zeit auf seinem Lieblingsgefährt verbringen zu können, hat er sich vor zwei Jahren zu einer weiteren Sportart mit seinem Quad hinreißen lassen: dem Springen über Rampen. Anfangs sehr zum Leidwesen seiner Mutter Claudia: «Ich hatte zunächst kein gutes Gefühl», gibt sie zu. «Inzwischen habe ich aber keine Angst mehr. Ich habe großes Vertrauen zu meinem Sohn.»

Mit Clemens Köpfs Ehefrau Birgit Köpf und Philipp Rupp aus Seeg springt Max über Rampen, die bis zu drei Meter hoch sind. Begonnen hat er dabei mit zwei Meter hohen Rampen. «Bei der Größeren hat man jedoch mehr Zeit in der Luft und kann so schönere Sprünge und bessere Figuren machen», erklärt der Sportler. Diese Sprünge und Figuren zeigt das Trio als Showeinlagen bei verschiedenen Veranstaltungen - zuletzt beim Oldtimertreffen in Oberjoch. Aber auch hier kann es vorkommen, dass man einmal quer durch Deutschland fahren muss. «Einmal haben wir einen Auftritt bei der Intermot in Köln gehabt», berichtet er stolz von einer Einlage auf der weltweit bekannten Messe für Motorsport. So viel Spaß ihm sein Sport auch macht: Wie es mit der sportlichen Karriere weitergehen wird, steht noch in den Sternen.

«Nächstes Jahr habe ich meine Abschlussprüfungen.» Und weil Max Kotz das Denken doch nicht nur Gott überlassen will, weiß er derzeit nicht, «ob zwischen Prüfungsvorbereitung und Arbeit noch genug Zeit für den Sport bleibt».

 

Seit zwei Jahren sind Max Kotz und sein Quad auch in der Luft unterwegs: Der 18-Jährige springt seitdem über Rampen, die bis zu drei Meter hoch sind. Fotos: Scholz/Kotz

 

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