Porträt
Andreas Geisenhofer aus Eisenberg ist eines der größten Talente im Hürdenlauf in Schwaben

Andreas Geisenhofer hat noch etwas Zeit, ehe das Training beginnt. Gelassen sitzt er auf einer Bank neben seinen Sportsachen. Die Halle spendet dem jungen Leichtathleten Schatten. Der 14-Jährige beobachtet die Kinder, die unter Anweisung von Trainerin Marion Gumtau-Langer auf dem Sportplatz ihre Übungen machen – und er freut sich, dass es den kleinen Leichtathleten der TSG Füssen so viel Spaß macht.

Der 14-Jährige aus Eisenberg, der direkt nach dem Unterricht drei Mal in der Woche zum Training kommt, ragt nicht nur wegen seiner Körpergröße von 1,75 Meter aus der Nachwuchsmannschaft heraus, die kontinuierlich aufgebaut wird.

Allerdings würde sich Andreas niemals hinstellen und sich ob seiner Erfolge selber auf die Schulter klopfen. Dabei hätte das Talent allen Grund dazu: Binnen nur zwei Jahren nach seinem Einstieg als Leichtathlet hat das Talent bereits drei schwäbische Meistertitel geholt. Doch beim Interview verschweigt er seine Erfolge bescheiden, erwähnt jedoch, dass es bei einem Wettbewerb aus Bezirksebene für ihn 'nicht gut' gelaufen sei. Über Erfolge lässt Andi andere sprechen.

'Wir sind stolz darauf, dass wir nach vielen Jahren mit Andi wieder ein Talent im E-Kader Schwabens haben', teilt die Trainerin daher begeistert mit.

Andreas ist im Moment schnellster Hürdenläufer Schwabens über die 80 Meter. Zudem beweist er in der Staffel über viermal 100 Meter sowie im Fünfkampf seine Klasse. Der Hürdenlauf jedoch liege ihm am meisten. Dafür könne das Talent 'meine großen Füße' einsetzen. Ob Andreas mit den langen Beinen besonders ehrgeizig ist?

'Ja und nein. Ich will natürlich meine Leistungen noch steigern, immer besser werden – und am Ende soweit kommen, wie es für mich eben geht', sagt er. Er unterscheidet dabei fairen Wettkampf von Konkurrenzkampf mit allen Mitteln.

Auf die Frage nach seinem liebsten Schulfach ist blitzschnell beantwortet: Sport – natürlich. Denn im Sportunterricht fiel auch sein Talent irgendwann auf.

'Von einer älteren Schülerin, die bei der TSG ist, bekam ich den Tipp, mal bei den Leichtathleten vorbeizuschauen.' Er tat es, blieb und holte in einer der anspruchsvollsten Disziplinen gleich den Titel des schwäbischen Meisters. Der Sport spielt in seiner Familie – Andreas ist das mit Abstand jüngste von drei Kindern – keine große Rolle. Vorbilder in Sachen Hürdenlauf seien zu Hause jedenfalls keine zu finden, 'aber die Eltern schauen gerne bei einem Wettkampf zu', freut sich Andreas.

Hundert Prozent Leichtathletik

Sein Teamkollege Philip Kurdjumow aus Schwangau ist ein Jahr älter und im Vergleich zu seinem Kumpel anders gestrickt. In Sachen Hobbys ist Philip auch anderweitig aktiv.

'Manchmal kicke ich mit Freunden – und auch Computerspiele können mir gelegentlich Spaß machen', verrät er. Das ist bei Andreas anders: Neben der Schule konzentriert er sich zu 100 Prozent auf das, was ihm auf der Bahn des Stadions am besten gelingt: schnelle Läufe über sämtliche Hürden.

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