Aufwändige Rettungsaktionen
Bergwacht Füssen zum Jahresbeginn direkt zweifach am Tegelberg gefordert

Die Bergwacht Füssen hat in den ersten Tagen des neuen Jahres einen einsatzreichen Start ins Jahr 2022 hinter sich. Innerhalb von wenigen Tagen mussten die Einsatzkräfte zwei mal in Richtung Tegelberg ausrücken.
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Die Bergwacht Füssen hat in den ersten Tagen des neuen Jahres einen einsatzreichen Start ins Jahr 2022 hinter sich. Innerhalb von wenigen Tagen mussten die Einsatzkräfte gleich zwei mal in Richtung Tegelberg ausrücken. 

Erster Einsatz an Neujahr 

Bereits an Neujahr hatten zwei junge Bergwanderer die winterlichen Verhältnisse unterschätzt. Außerdem wurden sie von der Dunkelheit überrascht. Nachdem die beiden nicht mehr weiterkamen setzten sie einen Notruf ab.

Rettungshubschrauber kann Männer befreien
Der Einsatzleiter der Bergwacht Füssen entschied wegen der einsetzenden Dunkelheit und der winterlichen Verhältnisse am Berg einen nachtflugtauglichen Rettungshubschrauber anzufordern. Zusammen mit einem Bergretter der Bergwacht Füssen machte sich die Crew des Rettungshubschrauber RK2 aus Reutte auf den Weg zur Einsatzstelle. Drei weitere Bergretter machten sich zeitgleich am Boden auf den Weg zu den beiden Männern. Mit der Rettungswinde des Hubschraubers konnten beide Bergwanderer aus ihrer misslichen Lage befreit werden. Sie wurden zurück an die Bergrettungswache Füssen geflogen. Die Bodenmannschaft konnte anschließend den Einsatz abbrechen.

Bergwacht warnt 
Rettungswindeneinsätze bei Nacht sind laut Bergwacht sehr komplexe Rettungsaktionen die ständiges Üben erfordern. Der Hubschrauber aus Reutte hat erst seit kurzem die Möglichkeit Einsätze dieser Art zu Fliegen. Die Bergretter der Bergwacht Füssen üben diese Verfahren regelmäßig und haben jährlich etwa 30 Luftrettungseinsätze. In diesem Zusammenhang weist die Bergwacht auf die winterlichen Verhältnisse am Berg und die relativ schnell einsetzende Dunkelheit hin.

Zweiter Einsatz am Tegelberg 

Am 03. Januar musste die Bergwacht dann erneut in Richtung Tegelberg ausrücken. Dieses mal aber an der Nordseite unterhalb des Torschrofens in unwegsamen Absturzgelände direkt unter der Bahntrasse Tegelbergbahn. 

Video löst Alarm aus 
Fahrgäste hatten zwei junge Männer aus der Kabine heraus hilflos und ohne jegliche Ausrüstung entdeckt und gefilmt. Sehr schnell fand ein Video den Weg aus der Kabine heraus an den Einsatzleiter der Bergwacht Füssen.   Schnell waren drei Einsatzkräfte in einer der Gondeln um die Lage selbst zu begutachten und um weitere Entscheidungen zum Einsatzablauf zu treffen.

Aufwändige Rettungsaktion
Die Tageszeit mit der schnell einsetzenden Dunkelheit, die heikle Position der Einsatzstelle erforderten ein schnelles Handeln. Zwei Bergretter ließen sich aus der Gondel direkt über der Einsatzstelle etwa 50 Meter ab und sicherten die beiden "Bergsteiger“. Zur Erläuterung: Für solche ganze besonderen Situationen haben beide Gondeln der Tegelbergbahn jeweils ein Rettungsset für das Abseilen aus der Gondel an Bord. Während dessen wurden weitere Einsatzkräfte an die Tegelbergbahn gerufen. Weitere Bergretter, zusätzliches Sicherungsmaterial und Fahrzeuge wurden vom Einsatzleiter nachgefordert. Auch die Feuerwehr Schwangau war umgehend zur Stelle um aus der Kabine heraus mit einem Notstromaggregat und eine einer speziellen Beleuchtung die Einsatzstelle und den weiteren Weg ins Tal zu erhellen. Die Bergung der beiden konnte jedoch relativ schnell mit den vorhandenen Mitteln an der Einsatzstelle auf den "gesicherten" Gelbe Wand Weg bewerkstelligt werden. Die beiden Einsatzkräfte seilten sich, an unter anderem selbstgebohrten Fixpunkten weitere 30, teilweisend überhängenden, Meter zusammen mit den Verstiegenen ab.

Glück im Unglück 
Weitere Einsatzkräfte machten sich mit warmer Kleidung, Tee und Licht auch den Weg zu den Männern um sie mit dem Quad in Empfang zu nehmen und bis ins Tal zu transportieren. Das Abenteuer Berg ging für die beiden jungen Männer und alle Retter glimpflich aus. Die Tegelbergbahn musste für die Dauer des Einsatzes stehen bleiben und die Fahrgäste in Richtung Tal mussten auf dem Berg noch etwas ausharren. Die Standzeit der Bahn konnte durch das schnelle Handeln aller Beteiligten aber sehr gering gehalten werde.

Großes Aufgebot vor Ort 
Im Einsatz waren 10 Einsatzkräfte der Bergwacht Füssen und Kaufbeuren, Einsatzkräfte der Feuerwehr Schwangau und Mitarbeiter der Tegelbelbergbahn für den Gondelbetrieb. Gegen 19 Uhr konnte der Einsatz beendet werden.

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