Gunglhos
Zu tief ins Glas geschaut

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«Ungarn - Leben in der Puszta» - so lautet das diesjährige Motto des Schwangauer Faschings. Schon im Foyer des Kurhauses erwartet die Besucher Lagerfeuerromantik. Das bunte Treiben der Zigeuner setzt sich auf der Bühne fort. Spannung kommt auf, als aus dem Dunkel des Saales die schluchzenden Klänge einer Geige (John Westerdoll) erklingen, begleitet von einer «Ziach» (Rudi Hahn) und einer Posaune (Thomas Grotz).

Komm Zigan, lass uns tanzen Die Einleitung mündet in einem temperamentvollen Tanz der Zigeuner - plötzlich halten sie inne: «Da kommen sie!» - das Prinzenpaar tritt auf. Ihre Lieblichkeit, Prinzessin Barbara II. (Barbara Sepp) und Seine Tollität Prinz Michael I. (Michael Höß) strahlend - sie in märchenhafter Abendrobe, er in einer prächtigen Husarenuniform. Hofnarr Thomas Heiserer stellt die beiden vor.

Die Kugeln der Wahrsagerinnen bringen dann so manches aus dem Vorort «Füssen-Puszta» ans Tageslicht: So gibt es dort viele arme Kinder, denn die Stadt hat weder Geld für den Skilift noch für eine Weihnachtsbaum-Beleuchtung im Venetianerwinkel, wo es gerade dort doch so viele kleine Kinder gibt

Dem spritzigen Auftritt der Jugendgarde folgt ein herzerfrischender der Kindergarde sowie später der Schautanz der Flummis in selbst geschneiderten Kostümen. Den jungen Mädels sieht man die Freude am Tanzen an. Mit von der Partie sind die «Maulaufreißer» (Thomas Heiserer, Uli Köpf und Seppi Schweiger), die eine feurige Gulaschsuppe kochen, gewürzt mit Episoden aus dem Dorfleben.

Selbstgefälliger Landrat

Eine richtige Überraschung ist es, als König Ludwig (Phillip Sattelberger) in Begleitung des selbstgefälligen Landrates (Tobias Heiserer) erscheint und stimmgewaltig mitteilt, er wäre gerne wieder hier, doch «ihr quartiert mich aus» in die Big Box nach Kempten. Genial die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kapelle mit der Ungarischen Rhapsodie von Johannes Brahms - erstmals unterstützt durch eine Geige.

Nach der Pause lassen die Gunglhosweiber Sylvia Zeilmeier, Andrea Höß und Stephi Schöler fast niemanden aus - auch nicht Bürgermeister Reinhold Sontheimer. Der bekommt als schwarzer Diamant den richtigen Feinschliff von allen Seiten - und ein(en) Uzikanin(-chen) wünschen sich die Frauen obendrein.

Der fetzige Abschluss kommt vom Pöllatchor: Ein genialer Einfall der Auftritt als Flamingos im Schwarzlicht. Bei schmissiger Musik mit hervorragender Choreographie reißen sie das Publikum von den Stühlen, bevor alle Aktiven gemeinsam das traditionelle «So schea ischs z Schwoga» anstimmen.

Fast fünf Stunden Programm lassen die Zeit wie im Fluge vergehen. Wenn auch «alternativlos» zum Unwort des Jahres gewählt wurde: Für das Schwangauer Gunglhos gilt es ohne Einschränkung.

Mehr Bilder im Internet:

www.all-in.de/bilder

 

 

 

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