Tag des Friedhofs
Zahl der Feuerbestattungen nehmen deutlich zu

Der Tod ist heutzutage ein oft verdrängtes Thema. Doch die Steinmetz- und Bildhauerinnung Südschwaben rückte es vor kurzem gezielt in den Mittelpunkt. Beim Tag des Friedhofs auf dem Füssener Waldfriedhof wurden nicht nur moderne Grabsteine vorgestellt (sie sind nahe des Haupteingangs noch länger ausgestellt).

Auch neue Bestattungstrends und die Aufgabe des Friedhofs im öffentlichen Raum waren Themen. Zudem stellte Matthias Thalmair markante historische Grabdenkmäler vor. Wegen des schlechten Wetters fand allerdings nur ein recht kleiner Besucherkreis den Weg zum Waldfriedhof.

Bestattungskultur im Wandel

Die Zahl der Feuerbestattungen und Urnengräber nehme auch im ländlichen Raum deutlich zu, erläuterte Uwe Jocham, Innungsobermeister in Südschwaben und Vorsitzender im Arbeitskreis Friedhofskultur, dem Franz Probst aus Füssen als Moderator zwischen den Vorträgen zur Seite stand.

Dieser Wandel der Bestattungskultur vollziehe sich in einem Spannungsfeld: Viele Angehörige wünschten die Rückkehr zum Vertrauten, auf der anderen Seite spiele die zeitgemäße Anpassung an die Individualität und Globalität der heutigen Gesellschaft eine immer größere Rolle. Und obendrein stelle sich für viele Hinterbliebene die ganz praktische Frage: Wer pflegt das Grab?

Als negatives Beispiel für diesen Trend wurde die anonyme Bestattung angesehen. Immer mehr Urnen werden demnach im Gemeinschaftsgrab beigesetzt - sei es aus Geldersparnis oder weil der Verstorbene es so wollte. Doch auch manche Urnengrabstätte wirke oft unwürdig (wie Schließfächer). Dabei gibt es laut Jocham längst positive Beispiele, wie sich eine Urnengrabstätte würdig gestaltet lasse.

Auch in Füssen werde es künftig viel weniger Gräber in traditioneller Form geben, so die Prognose von Jocham und Probst. Dies werfe auch für die Kommune Fragen auf: Was geschieht mit den freien Flächen? Und wie löst man von Amts wegen das Problem, faire Gebühren zu erheben? Muss hier die Satzung geändert werden? Über den Friedhof im öffentlichen Raum sprach Kreisfachberater Hartmut Stauder vom Landratsamt. Sein Credo: "Friedhöfe sollen eine Grünanlage sein, die man gerne besucht."

Moderne Grabsteine zeigt die Steinmetz- und Bildhauerinnung derzeit hinter dem Haupteingang des Waldfriedhofs. Foto: Werner Hacker

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