Nikolaus
Wie ein Pfrontener vom Krampus zum Nikolaus wurde

Warmes, gelbes Licht erhellt die Stube, festlich versammelt sich die Familie um den heimeligen Wohnzimmertisch. Draußen gehen dicke Schneeflocken nieder. Ein paar Rutenschläge gegen die Fensterläden, gefolgt von Kuhschellengeräuschen und Kettengeklirre – Dann betritt der heilige Nikolaus gefolgt von seinem Krampus das Haus.

Viele kennen diese Szenerie noch aus den Kindertagen. Für Johannes Stoll hingegen dürfte sie noch deutlich vertrauter sein als für die meisten. Denn seit 10 Jahren besucht er am 5. Dezember pünktlich nach Einbruch der Dunkelheit Pfrontener Kinder, um ihnen die Frage aller Fragen zu stellen: 'Seid ihr im vergangenen Jahr auch schön brav gewesen?.'

Der 29-Jährige ist Teil des Vorstands der ortsansässigen Kolpingfamilie, die jedes Jahr kostenlos Nikoläuse und ihre finsteren Gesellen durch die Gemeinde schickt. 'Es gibt fast nicht schöneres, als in die frommen Kinderaugen zu blicken, wenn ich mit meinem langen weißen Bart und der roten Bischofs-Mytra den Raum betrete', sagt Stoll.

Angefangen hatte er einst jedoch als Knecht Rupprecht, der im Ostallgäu besser bekannt als 'Krampus' ist. Doch irgendwann wurde ein Ersatz gesucht für einen Nikolaus, der sich in den Ruhestand verabschiedet hatte und Stoll sprang für ihn ein.'Ich mag Kinder einfach unheimlich gerne und insofern liegt mir die Rolle des gütigen Heiligen einfach mehr', erklärt er. Die Pfrontener Knechte seien aber ohnehin eher gutmütig: Mit ihren dicken Pelzmänteln, Schellen und Ketten jagen sie den Kindern zwar etwas Angst ein. Aber eben auch nicht mehr. Rutenhiebe sind laut Stoll ein absolutes Tabu.

Was Stoll als Nikolaus schon alles erlebt hat und warum er am Nikolaustag auf den ein oder anderen Schnaps verzichtet, lesen Sie in der Dienstagsausgabe der Allgäuer Zeitung, Ausgabe Füssen, vom 05.12.2017.

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