Metropolkonferenz
Was sich Landrat Fleschhut von Tagung am Dienstag in Füssen verspricht

2010 trafen sich Bayerns Landräte zum Meinungsaustausch am Forggensee - nun steht im Füssener Festspielhaus der nächste «Gipfel» im Königswinkel bevor: die Konferenz der Europäischen Metropolregion München (EMM), zu der neben dem Ostallgäu auch die Städte Füssen und Kaufbeuren als Mitglieder gehören.

<< Erstmals findet diese Veranstaltung nicht in den großen Städten statt >>, ist Landrat Johann Fleschhut stolz, dass das Ostallgäu als Gastgeber fungiert. Er erwartet am Dienstag (28. Juni) nicht nur rund 300 Delegierte, sondern auch deutliche Impulse durch die Konferenz, wie er im Gespräch mit Markus Raffler betont.

Füssen und das Ostallgäu sind in der Metropolregion München recht kleine Lichter, und doch findet dort die Metropolkonferenz statt. Wie kommts?

Fleschhut: Die Metropolregion besteht ja nicht nur aus großen Städten wie München, Augsburg oder Ingolstadt, sondern auch aus 23 Landkreisen. Der ländliche Raum wird auch wahrgenommen, wenn man entsprechend aktiv wird. Ich habe den Münchner OB Ude einfach angeschrieben und ihm vorgeschlagen, doch einmal die vermeintliche Provinz in den Blickpunkt zu rücken.

Unsere Argumente haben offenbar gezogen

Metropolkonferenz, das klingt gewichtig - wie sieht das Treffen in der Realität aus?

Fleschhut: Diese Konferenz ist nichts Geringeres als die jährliche Hauptveranstaltung der EMM, quasi die Vollversammlung. Besonders freut mich, dass rund 300 Delegierte zugesagt haben, die Führung durch Neuschwanstein machen über 170 mit - das ist mehr als sonst und zeigt, dass das Ostallgäu trotz Randlage Zugkraft besitzt.

Wird bei der Konferenz nur debattiert oder geht es um konkrete Vorhaben?

Fleschhut: An einem Tag kann man natürlich nicht groß in die Tiefe gehen. Für mich ist wichtig, dass gerade die ganzen südbayerischen Mitglieder der Metropolregion das Ostallgäu als eine dynamische Wirtschaftsregionen und einen der attraktivsten und geschichtsträchtigsten Teile Bayerns wahrnehmen. Man kann das als eine Art Marketing-Maßnahme für Multiplikatoren sehen. Und ich bin sicher, dass wir für nachhaltige Impulse sorgen können..

An welche Bereiche denken Sie da?

Fleschhut: Das beginnt bei der Wirtschaft, wo wir uns selbstbewusst als guter Standort für Investitionen nahe München und Augsburg zeigen wollen, bis zum Tourismus. Bei Letzterem haben wir bislang viele bayerische Gäste außerhalb Münchens und ich möchte das riesige Potenzial der Metropole mehr ins Allgäu umleiten.

Da gibt es heimische Bündnisse, von der Landkreis-Ebene bis zur Allgäu GmbH - wozu die Metropolregion?

Fleschhut: Die Allgäuer Zusammenschlüsse sind und bleiben natürlich wichtig. Wenn wir aber unsere internationalen Ansprüche verwirklichen wollen, profitieren wir eindeutig von der Weltstadt München. Auch verbessern wir für unsere Weltkonzerne wie Agco-Fendt oder Nestlé, die sich für Riesen-Investitionen bei uns entschieden haben, genauso wie für unsere kleinen und mittleren Betriebe die Infrastruktur. Beispiele sind Mobilität, Gesundheit oder Bildung.

Die Kultur auf dem Lande ist ja Schwerpunkt der Konferenz. Was hat die Region da zu bieten?

Fleschhut: Wir sind nicht besser als die großen Städte, aber wir sind besser, als man uns oft zutraut. Gerade im Ostallgäu, aber auch im gesamten Allgäu, bieten wir ganzjährig internationales Niveau. Wobei die Kultur ein wichtiger weicher Standortfaktor ist, der Familien und Fachkräfte auch dazu bewegt, ins Ostallgäu zu ziehen. Man darf das nicht vergessen, wenn es darum geht, die Einwohnerzahlen auf dem Land stabil zu halten.

Neben dem Landkreis sind auch Kaufbeuren und Füssen Mitglied der Metropolregion. Schafft das Synergien oder Konkurrenz?

Fleschhut: Innerhalb der EMM gibt es so viele Angebote und Arbeitsgruppen, da kann man nicht überall dabei sein. Insofern ist es gut, wenn jeder verschiedene Bereiche abdeckt - Füssen etwa die Kultur. Ich habe auch Marktoberdorf und Buchloe zur Mitarbeit eingeladen. Im größeren Radius muss man aber klar sagen, dass kleinere Einheiten nicht wahrgenommen werden, ein aktiver Landkreis dagegen schon.

Was hat der normale Bürger von der Konferenz?

Fleschhut: Er kann von 11 bis 17 Uhr die begleitende Ausstellung rund ums Thema E-Mobilität in herrlicher Umgebung besuchen und Testfahrten absolvieren. Die Ausstellung ist hochkarätig und bietet jede Menge Innovationen, vom Hybrid-Auto bis zum E-Gleitschirm.

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