Führerschein
Was Polizei, Fahrschulen und junge Ostallgäuer von Feedback-Fahrten für Fahranfänger halten

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Das begleitete Fahren mit 17 Jahren ist bundesweit zum Erfolgsmodell geworden. Nun prüft das Bundesverkehrsministerium die Einführung einer weiteren Neuerung: die sogenannten Feedback-Fahrten. In einer vertiefenden Ausbildungsphase sollen Führerschein-Neulinge dabei Monate nach der Prüfung auf mögliche Fehler am Steuer hingewiesen werden. In Füssen und Umgebung wird diese Form der Nachbetreuung ganz unterschiedlich bewertet, wie eine Umfrage unserer Zeitung ergab. Beitrag zur Sicherheit

Christian Unger, der Fahrschulen in Lechbruck und Roßhaupten betreibt, sieht die geplante Regelung positiv: << Es ist durchaus möglich, dass Feedback-Fahrten einen Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr leisten können. >> Allerdings lasse sich das für Deutschland angedachte Modell nicht wirklich mit dem Vorbild in Österreich vergleichen. Die Erstausbildung in Deutschland enthalte bereits Elemente wie die Gefahrenwahrnehmung, die in Österreich erst in den << Feedback-Fahrten >> zum Tragen kämen. Generell unterstützt Unger Überlegungen für eine weitere Nachbetreuung für Führerschein-Neulinge, die auf dem Erfolg des begleiteten Fahrens aufbauen.

Eher skeptisch steht dem neuen Modell dagegen Füssens Polizeichef Günther Stadler gegenüber. Er verweist auf die Statistik der Füssener Inspektion, die bei 305 Unfällen zwischen Januar und Mai 2011 nur 40 Mal eine Beteiligung junger Erwachsener auflistet. Hauptunfallursachen waren dabei laut Polizeichef nicht angepasste Geschwindigkeit, Fehler beim Abbiegen oder Wenden und Vorfahrtsverletzungen.

<< Bedenklicher ist die Zahl der Fahrten unter Alkohol oder Drogen >>, erläutert Stadler. Im ersten Halbjahr 2011 seien elf junge Erwachsene mit mehr als 0,5 Promille erwischt worden, weitere sieben hatten illegale Substanzen konsumiert. << Meiner Meinung nach wären diese Problembereiche durch << Feedback-Fahrten >> kaum zu beseitigen >>, so Stadler.

Erfolg versprechender sei es, jeder Fahranfänger nähme an einem Fahrsicherheitstraining teil, das alle Automobilclubs vergleichsweise günstig anbieten. Das begleitete Fahren ab 17 an sich befürwortet Stadler ganz klar: << Die Fahranfänger können von ihren Begleitpersonen einiges abschauen. >>

Doch wie stehen die jungen Leute dem Thema gegenüber? Raffael Heim (17) aus Seeg will in der nächsten Zeit mit seinem Führerschein beginnen. Er hält die zusätzlichen Fahrstunden für << eher unnötig >>. << Schaden wirds wahrscheinlich nicht, aber brauchen tuts niemand unbedingt >>, findet der Jugendliche. Zudem wäre es fair, wenn auch ältere Leute eine solche Fahrt absolvieren müssten.

Mathias Bauer (17) sieht die Sache mit anderen Augen. Er ist gerade dabei, seinen Führerschein zu machen. Die Theorie hat er schon bestanden, erzählt er, auch von den << Feedback-Fahrten >> hat er bereits gehört. << Ich halte das generell für eine gute Idee >>, verrät er. Die zwei Fahrstunden, die dafür vorgesehen seien, brächten aber eher wenig. Deshalb würde er persönlich am liebsten darauf verzichten.

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