Maria Hilf
Wallfahrt in Eisenberg-Speiden

Die beliebte und weit über das Allgäu hinaus bekannte Wallfahrt zur «Lieben Frau von Maria Hilf» besteht seit nunmehr 375 Jahren. Der Gnadenort erfreut sich auch in der heutigen schnelllebigen Zeit hoher Wertschätzung und kann immer noch regen Besucherandrang vorweisen.

Nachdem das 350-jährige Bestehen im Jahr 1986 mit einer Festwoche und großen kirchenmusikalischen Ereignissen begangen wurde, sind jetzt keine größeren Festivitäten anberaumt. Doch beim diesjährigen Mariensingen am Sonntag, 14. August, um 19.30 Uhr wird Moderator und Allgäukenner Jochen König wohldosiert auf das Jubeldatum eingehen.

Die Madonna vom Schwanenwirt

Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges zählte der Weiler Speiden vier Anwesen, es gab weder eine Kirche noch eine Kapelle. In einem dieser Häuser lebte zu jener Zeit der Maurer Christian Steinacher mit seiner Frau Ursula und Töchterchen Anna. Der Zufall wollte es, dass Steinacher in Füssen beim damaligen Schwanenwirt in Arbeit war.

Dort fand er - unbeachtet und verwahrlost in einem Winkel - ein geschnitztes Madonnenbild, die Mutter mit dem göttlichen Kinde. Steinacher war betrübt, wie schlecht mit der Madonna umgegangen wurde, und erbat sie vom Schwanenwirt gegen das Versprechen, vor seinem Haus einen Bildstock für die Marienfigur zu errichten.

Er hielt dieses Versprechen und betete mit den Nachbarn jeden Samstag vor dem Bildstock andächtig den Rosenkranz.

Der Dreißigjährige Krieg brachte eine unbeschreibliche Hungersnot und die Pest auch mit ins Allgäu. Drei Reiter des gefürchteten << Schlickschen Regiments >> waren bei Christian Steinacher einquartiert und starben 1635 an der Pest. Diese Reiter hatten sich jedoch noch Menschlichkeit bewahrt und steckten der kleinen Anna öfter ein Stück Brot zu.

Damit bewahrten sie das Mädchen vor dem sicheren Tod. Als nun Christian Steinacher nach längerem Arbeitsaufenthalt wieder heimkehrte, erfuhr er von der guten Gesinnung der sonst so grausamen Soldaten und schrieb die Hilfe der Himmelskönigin zu. Daher beschloss er, aus Dankbarkeit an der Stelle, wo das Bildstöcklein gestanden hatte, eine Kapelle zu bauen und löste 1636 sein Versprechen ein.

Wunder stehen im Mirakelbuch

Schon beim Bau der Kapelle gab es wundersame Ereignisse, die in den Jahren danach immer mehr wurden. 156 dieser Wunder von 1636 bis 1657, die der Gottesmutter Maria zugeschrieben werden, sind in einem Mirakelbuch niedergeschrieben. Glaubwürdig sind dabei vor allem die Eintragungen des << hochfreybergischen Amtmanns Larentius Hacker, niedergeschrieben und selbst erlebt >>.

Bald war die Kapelle dem wachsenden Pilgerstrom nicht mehr gewachsen. 1678 wurde die Wallfahrtskirche Maria Hilf in Speiden in ihrer jetzigen Form geweiht. Und die Beliebtheit dieses Marien-kleinods und der Wallfahrt hat sich bis in die Gegenwart erhalten. Wenn auch nicht mehr von Wundern berichtet wird, so sollen doch immer wieder Gebetserhörungen vorkommen, wie viele Votivtafeln zeigen.

So kommen die Gläubigen nach wie vor zahlreich hier her - ob mit dem Auto, Bus oder auch zu Fuß. Die Wallfahrt der Roßhauptener immer am 1. Mai wurde schon 1756 an der Empore dargestellt. Die Vilser und die Füssener pilgern zum Fest Maria Geburt nach Speiden, Sulzschneider und Pfrontener kommen am Pfingstmontag. Die Enzenstettener wandern am Freitag nach Jakobi nach Maria Hilf.

Und von überall her kommen die Gläubigen zu den sieben Fastenwallfahrten in der österlichen Bußzeit, die sich wieder großer Beliebtheit erfreuen.

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