Bürgerentscheide
Wähler stoppen Pläne für Markt und Buchenberg

Nicht nur der Ganzjahres-Rodelbahn und den weiteren Projekten auf dem Buchenberg bei Buching haben die Wähler gestern eine Abfuhr erteilt, sondern auch dem geplanten Feneberg-Markt in Pfronten. Kein einziges der drei vorgeschlagenen Projekte am Buchenberg will die Mehrheit der Halblecher haben.

Mit 66,71 Prozent stimmten sie gegen die Ganzjahres-Rodelbahn, mit 56,52 Prozent gegen das Bergerlebniszentrum und mit 55,79 Prozent gegen den Waldseilgarten. «Das ist ein eindeutiges Ergebnis», kommentierte Halblechs Bürgermeister Bernd Singer. Die Pläne der Tegelbergbahn seien zwar ein «Konzept für die Zukunft» gewesen: «Bei dieser klaren Ablehnung müssen wir uns aber etwas anderes überlegen.»

Ein «Stein vom Herzen gefallen» ist gestern den Gegnern der Buchenberg-Pläne: «Wir sind natürlich froh, dass es so ausgegangen ist», so Herbert Ott von der Interessengemeinschaft (IG) Buchenberg. Neuen Ansätzen im Tourismus sei die IG nicht abgeneigt, so Ott: «Die Frage ist nur, wie die aussehen.» Beispielsweise müsse man auf den Wandertourismus setzen. Die IG wolle weiter ihre Ideen einbringen, so Ott. «Ich kann nicht frohlocken», verriet Franz Bucher, Geschäftsführer der Tegelbergbahn. Er setze jetzt auf die anstehende Wintersaison: «Neue Konzepte für den Buchenberg können wir nicht einfach aus dem Ärmel schütteln.»

In Pfronten war das Ergebnis des Bürgerentscheids gestern noch mit einem Fragezeichen versehen, obwohl es mit 68,75 Prozent der Stimmen gegen den Feneberg-Neubau deutlich ausgefallen war. «Es kann sein, dass Wahlmanipulation stattgefunden hat», sagte Bürgermeister Beppo Zeislmeier. In allen fünf Wahlkabinen in der Hauptschule waren die Wahlempfehlungen der Initiatoren des Bürgerbegehrens aufgetaucht. Ob das rechtliche Folgen habe, müsse geklärt werden, bis der Abstimmungsausschuss heute um 17 Uhr das endgültige Ergebnis feststelle. Er hoffe, dass die Abstimmung nicht wiederholt werden müsse, so Zeislmeier.

Vom Ergebnis der Abstimmung zeigte sich der Bürgermeister wenig überrascht. In den vergangenen zwei Wochen sei deutlich geworden, mit welcher Intensität Stimmung gegen das Projekt gemacht worden sei. Erschreckt hätten ihn die persönlichen Angriffe gegen ihn: «So etwas habe ich in mehr als 30 Jahren im politischen Geschäft nicht erlebt.» Er sei gespannt, was nun aus dem Konzept des Bürgerbegehrens-Arbeitskreises für ein Seniorenprojekt werde.

Man werde am heutigen Montag die ersten Gespräche dazu führen, kündigte dessen Sprecher Reinhard Claves an. Das Ergebnis wertete er einerseits als Zeichen, dass der Bürger nicht mehr bereit sei, alles hinzunehmen, was eine Gemeinde vorgebe. Andererseits sei es das Ergebnis einer generalstabsmäßigen Arbeit des Arbeitskreises. (dr/mar)

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