Investition
Wachgebäude und Drohnenhalle der Füssener Allgäu-Kaserne werden trotz Bundeswehr-Reform gebaut

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Die aktuelle Bundeswehr-Reform hat auch auf dem Gelände der Füssener Allgäu-Kaserne so manches Bauvorhaben auf Eis gelegt: Für die neue Küche oder die heiß ersehnte zusätzliche Mehrzweckhalle gibt es erst grünes Licht, wenn Bundesverteidigungsminister de Maiziere über die Zukunft aller Bundeswehr-Standorte entschieden hat.

Drohnenhalle für Luftaufklärungssysteme: Die 63 mal 14 Meter große Instandsetzungs- und Ausbildungshalle samt Lager- und Sozialräumen kostet rund 3,2 Millionen Euro und soll bis Oktober fertiggestellt sein. Sie wird den hochmodernen Drohnen des Gebirgsaufklärungsbataillons 230, die in bis zu 4000 Metern Höhe feindliches Terrain ausspähen können, eine maßgeschneiderte Unterkunft bieten. Die neue Drohnenhalle beherbergt laut Hauptmann Daniel Grote die Aufklärungssysteme KZO und Luna.

Betreut werden die Systeme, die auch bei den Einsätzen des Füssener Bataillons in Afghanistan eine zentrale Rolle spielen, von zwei Zügen mit jeweils rund 30 Soldaten.

Ungeachtet dessen haben die Handwerker hinterm Kasernenzaun derzeit Hochkonjunktur - eine Tatsache, die heimische Politiker als << positives Signal >> für die Zukunft der Allgäu-Kaserne einstufen. Die laufenden Maßnahmen haben ein Volumen von rund fünf Millionen Euro. Die Vorhaben im Einzelnen:

Bisher waren die nötigen Ausrüstungsteile provisorisch in verschiedenen Gebäuden der Kaserne verteilt oder waren aus Platzmangel gar nicht erst vor Ort untergebracht.

Wachgebäude: Gestalt nimmt inzwischen auch der künftige Eingangsbereich der Kaserne an der Einmündung von Froschensee- in Kemptener Straße an. Das großteils eingeschossige Gebäude hat die Grundfläche eines Einfamilienhauses und wird neben den besonders geschützten Wachräumen auch Aufenthaltsbereiche und fünf Zellen beherbergen.

Immer weniger Arreste

Wobei letztere laut Stabsfeldwebel Martin Maier streng genommen kaum noch gebraucht würden: << Die Zahl der Arreste nimmt stetig ab. >> Auch die Brandmeldezentrale der Kaserne sei künftig im mit << jeder Menge Technik >> ausgestatteten Wachgebäude untergebracht.

Für Besucher werden neben dem Gebäude acht Parkplätze angelegt, zudem entstehen Buchten für Autos und Lastwagen, die während der Prüfung der Zugangsberichtigung angesteuert werden. Zufahrt und Ausfahrt werden jeweils über eine eigene Spur abgewickelt - versehen mit Schranken, die die Wachsoldaten mit Muskelkraft bedienen. Für Gebäude und zugehörigen Straßenbau werden rund 1,6 Millionen Euro veranschlagt, die Fertigstellung ist für Mai 2012 vorgesehen.

Sanitätszentrum: Weitgehend abgeschlossen ist die Aufwertung des früheren Sanitätsbereichs zum Sanitätszentrum (Kostenaufwand: rund eine Million Euro). Rund 50 Männer und Frauen, davon sieben Zivilangestellte, kümmern sich unter Führung von Oberfeldärztin Dr. Dörthe Hartmann um die medizinische Versorgung der knapp 1600 Soldaten am Standort Füssen.

Neben Allgemein- und Zahnmedizin gehören auch manuelle Medizin und Psychosomatik zu den Schwerpunkten, so Hartmann. << Außerdem können wir jetzt auch kleine chirurgische Eingriffe selbst ausführen. >> Die Ärztin ist froh, dass der Ausbau bis auf kleinere Arbeiten im ersten Obergeschoss abgeschlossen ist - musste die Äskulap-Truppe doch während des Umbaus mit beengenden Provisorien klarkommen.

Wo derzeit noch letzte Handwerker anpacken, ist künftig neben einer Bettenstation und einem Eingriffsraum auch die Sterilisation für medizinische Instrumente untergebracht. Arbeitete man zuvor unter dem Dach des Kemptener Facharztzentrums, so ist das Füssener Sanitätszentrum nun völlig eigenständig - von der Materialversorgung über die Unterstützung bei Übungen bis zur Ausbildung der Soldaten. Bei einem Schnuppertag am 12. September können sich Füssener Bürger selbst ein Bild machen - und wer weiß, vielleicht bleibt jemand ja dort hängen: Hartmann könnte eine weitere Arzthelferin gut gebrauchen

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