Geschichte
Vortrag in Füssen beleuchtet Schicksal der von den Nazis verfolgten Dichter

Die Anweisung an den KZ-Häftling war eindeutig. 'Binnen der nächsten zwei Tage haben sie sich aufzuhängen.' Der Mann erhielt einen Strick und ihm wurde ein geeigneter Haken gezeigt.

Doch der Schriftsteller, den die SS so verprügelt hatte, dass ihm die Nase aus dem Ohr ragte, dem die Daumen gebrochen wurden und der dann zum Hohn aufgefordert wurde, zu schreiben, wäre gar nicht mehr in der Lage gewesen, eine so kunstvolle Schlinge zu knüpfen wie die, in der er kurz darauf baumelte. Und er hätte es auch nicht getan.

Stets hatte Erich Mühsam seine Überzeugungen verteidigt. 'Doch ob sie mich erschlügen: Sich fügen heißt lügen!', schrieb er einst. Und als er im KZ mit vorgehaltener Waffe gezwungen wurde, das Horst-Wessel-Lied zu singen, intonierte er die Internationale.

Später bestätigten Mithäftlinge: Der vermeintliche Selbstmord war Mord. Erich Mühsam war nur einer der Dichter, von denen der Schriftsteller und Rezitator Gerd Berghofer in einem Vortrag in der Orangerie der Füssener Bibliothek rund 80 Zwölftklässern des Füssener Gymnasiums berichtete. Auch andere Autoren stellte er vor. Ihnen allen war gemein, dass die Nazis ihre Werke verbrannten.

Mehr über das Schicksal der von den Nazis verfolgten deutschen Dichter und den Vortrag in der Orangerie lesen Sie in der Allgäuer Zeitung, Ausgabe Füssen, vom 27.02.2015.

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