Dorfentwicklung
Viele kleine Nadelstiche tragen zum Wirtshaussterben auf dem Land bei – ein Gasthof weniger in Hopferau

Faschingsdienstag vor einem Jahr in Hopferau: Der Umzug ist bereits vorbei, hat tausende Zuschauer in den Ort gelockt. Im Gasthof Engel bei Johannes Steinacher wird weitergefeiert.

Die Gaststube ist voll, es wird getrunken, gegessen, sich aufgewärmt – und dann geht auf einmal das alkoholfreie Weizen aus. Die Wirtsleute wundern sich. 'Da sieht man mal, wie sich die Trinkgewohnheiten verändert haben', sagt Steinacher.

Am Dienstag feierten bei ihm keine Narren, denn nach 117 Jahren gibt es den Betrieb nicht mehr. Auch anderen Gasthöfen auf dem Land könnte es ähnlich ergehen. 'Es sind viele kleine Nadelstiche, die dazu führen, dass es sich für Wirte nicht mehr lohnt', sagt Wolfgang Sommer, Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes. Trinkgewohnheiten, das Nichtrauchergesetz, gestiegene Bürokratie und realitätsferne Auflagen sind nur ein paar davon.

Für Steinacher, der den Betrieb in der fünften Generation übernehmen sollte, stand fest, dass sich etwas ändern muss. So habe es sich im Laufe des vergangenen Jahres ergeben, im Gasthof Asylbewerber unterzubringen.

Mehr über das Thema erfahren Sie in der Samstagsausgabe der Allgäuer Zeitung, Ausgabe Füssen, vom 13.02.2016.

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