AZ-Umfrage
Viele fürchten Folgen für Füssen - Bürger sind mit Ergebnis des Bürgerentscheids unzufrieden

Sie klagen über mangelnde Aufklärung im Vorfeld, fragen sich, wie es jetzt weitergeht und sehen eine Gefahr für die Füssener Klinik: Bei ihrer kleinen Rundreise durchs Füssener Land stieß die Allgäuer Zeitung gestern immer wieder auf ähnliche Bürgermeinungen zum Ausgang des Klinikentscheids. Wie berichtet, hat sich das Bürgerbegehren in der Stichfrage mit 53,5 Prozent durchgesetzt. Der Landrat hat nun den Auftrag, die Auflösung des Kommunalunternehmens Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren zu betreiben.

Nur zögerlich äußerten sich Bürger gestern. Am geringen Interesse habe die dürftige Wahlbeteiligung von teils unter 30 Prozent nicht gelegen, sind sich die meisten Befragten sicher – Schuld sei vielmehr mangelnde Aufklärung.

'Das Ergebnis ist nicht die vorherrschende Meinung. Nur waren die Marktoberdorfer so aufgebracht, dass alle zum Abstimmen gegangen sind', glaubt Nursen Erkan (36). Vom Ausgang seien alle, die über die Hintergründe informiert waren, schockiert, so die Füssenerin. 'Was das Ganze bedeutet, wird sich zeigen. Darüber werden sich die Nicht-Wähler jetzt, wo es zu spät ist, Gedanken machen müssen.'

'Der Wahlzettel war kompliziert und die Leute waren nicht richtig informiert', findet Marlene Stocker (46) aus Pfronten. Sie arbeitet in Seeg und hat das Unwissen vieler Bürger hautnah mitbekommen. Einige seien, wie sie selbst auch, für das Ratsbegehren gewesen. Aber erst, nachdem man ihnen erklärt hatte, welches Begehren welche Ziele verfolgt, hätten sie die Ernsthaftigkeit verstanden. Es habe einfach der Durchblick gefehlt.

'Es ist nicht so ausgegangen, wie ich es mir gewünscht hätte', sagt Stocker. Es stünden nun viele Fragen offen, man müsse warten, was auf das Füssener Haus zukommt. 'Wer sich informieren wollte, musste sich stark einlesen', bestätigt Wolfgang Bergmiller (54) aus Pfronten. 'Die Meisten haben vom Rats- und Bürgerbegehren gehört, konnten es aber nicht einschätzen.

' Das Unverständnis und die Klinik am Ort hätten das Thema für die Pfrontener nicht akut erscheinen lassen – das sehe man an der Wahlbeteiligung von gut 15 Prozent.

Peter Satzger (64) aus Pfronten nickt: 'In Pfronten haben wir unser eigenes Krankenhaus, deswegen waren wir nicht so aktiv.' Hauptsache sei aber, dass der Füssener Linksherzkathetermessplatz nicht in Gefahr gerate – denn der sei sehr wichtig für Versorgung der Region.

Barbara Lang (53) aus Seeg macht die ganze Klinik-Problematik Sorgen: 'Auf der einen Seite kann man nicht einer Kreisstadt ihr Krankenhaus nehmen, auf der anderen Seite kann es auch nicht sein, dass Füssen jetzt zurückstecken muss.' Georg Barnsteiner (61) aus Rückholz stimmt zu: 'Dieser Ausgang ist gefährlich für Füssen.

' Wenn sich mehr Leute mit dem Thema beschäftigt hätten, wäre der Verbund bestehen geblieben. 'Ich kann nicht verstehen, dass die Wahlbeteiligung so gering war.' Bei einem könne man nun sicher sein: 'Die Leute, die nicht abgestimmt haben, werden in Zukunft am lautesten jammern.'

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