Viehmarkt: Tradition in Buching seit 40 Jahren

Bunte Regenschirme haben gestern den Zug der mit Blumen geschmückten Moarkalbl zum Platz am Festzelt in Buching begleitet, wo die Käufer auf dem Buchinger Viehmarkt schon auf die trächtigen Tiere warteten. Die vierten Klassen der Volksschule Halblech hatten schulfrei. Als Zaungäste kamen die Schüler mit ihren Lehrerinnen Gabriele Senn und Sabine Hinkofer nach Buching. ,,Vor 40 Jahren hatten wir Schnee auf den Weißwürsten", kann sich Gabi Linder erinnern. Die Chronologie des Viehmarktes in Buching hatte die Theatergruppe am Samstag im Festzelt den Besucher mit viel Humor ,,vorgespielt".

Seit 1885 geht es nach Ordnung

Ein erstes Alpweiderecht wurde im Jahr 1520 verliehen. Seit 1885 gibt es eine offizielle Viehmarktordnung, in der festgelegt wurde, dass man jährlich am Magnustag (6. September, daher Mangetag) einen Viehmarkt abhält. Seit 1928 wird der Markt am 3. Montag im September abgehalten, da das Vieh immer länger auf den Bergweiden blieb.

Für Hirt Thomas Singer von der Alpe Wank war der Sommer ideal. ,,Es gab genug Wasser und die Moarkalbl (trächtige Rinder), sind gesund und kräftig". Auch für Alpmeister Martin Ott ,,waren es gute Bedingungen in diesem Jahr, ohne Unfälle". Er kann sich kaum erinnern, ,,dass wir zum Viehmarkt so schlechtes Wetter hatten, höchstens drei Mal".

Vor vierzig Jahren wurde das erste Festzelt zum Viehmarkt aufgestellt und das Buchinger Herbstfest von der Musikkapelle und dem TSV aus der Taufe gehoben. Seither wird das Bier vom Allgäuer Brauhaus Kempten ausgeschenkt, das gestern zum Vierzigjährigen mit einem Sechsergespann und tonnenschwerem Brauwagen vorfuhr.

Wurden im Jahr 1973 noch circa 128 Stück Vieh verkauft, standen in diesem Jahr gerade mal 32 Moarkalbl zum Verkauf. Im Jahr 1971 waren es in Buching noch 111 Bauern, heute sind es noch 41. Diesen Rückgang kennt auch Landwirt Franz Bürger aus Wertingen, der seit über 25 Jahren in Buching beim Viehmarkt einkauft. Mit Mathias Linder war er sich dieses Mal schnell einig. Für ihn ist die Entwicklung in der Landwirtschaft ,,rasant und abwärtsgerichtet".

Daran seien auch viele ,,unsinnige wie schikanöse Vorschriften" Schuld, wie er meint. Eines Tages werde der Verbraucher die Zeche zahlen.

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