Kulturpartnerschaft
Veto im Stadtrat - Ausstellung wertvoller Instrumente aus Italien kostet 40.000 Euro

40000 Euro. Bei dieser Summe musste mancher Füssener Kommunalpolitiker erst einmal durchschnaufen. Das Geld wollte Kulturamtsleiter Thomas Riedmiller loseisen, um im Jahr 2012 elf wertvolle Instrumente aus Cremona im städtischen Museum zu zeigen. «Mir fehlt die Refinanzierung», bemängelte nicht nur Petra Schwartz (Grüne). Vorerst wurden die Haushaltsmittel nicht bewilligt. Zuerst soll eine Vorlage für den Stadtrat erarbeitet werden, in der auch die Einnahmenseite berücksichtigt wird.

Füssener Lauten in Italien

Wie berichtet, entwickelt sich zwischen Cremona, der international bekannten Stadt des Geigenbaus, und Füssen als Wiege des Lautenbaus eine Kulturpartnerschaft. So werden wesentliche Teile der Lautenabteilung aus dem Füssener Museum während der internationalen Geigenbaumesse im September und Oktober in Cremona gezeigt.

Die Kosten übernehmen die italienischen Partner. Auch Füssen Tourismus und Marketing (FTM) wird zu diesem Zeitpunkt in Cremona um Gäste werben. Gegen diesen Teil der Kulturpartnerschaft hatte kein Stadtrat etwas einzuwenden.

Dass aber im Gegenzug elf wertvolle Instrumente - darunter Violinen von Stradivari und Amati - im Jahr 2012 aus Cremona nach Füssen kommen sollen, stieß auf Bedenken. Kulturamtsleiter Riedmiller will dann an die Gründung der Füssener Lautenmacherzunft vor 450 Jahren erinnern (siehe Infokasten). «Das hat nur einen Haken:

Es kostet Geld», sagte er im Stadtrat. Für den Kunsttransport über die Alpen, die Versicherung, die Ausstellungstechnik und Werbung hat Riedmiller 40000 Euro veranschlagt.

«Das ist eine ganze Menge», fand Stadträtin Schwartz. Für sie gibt es «wichtigere Dinge wie Kinderbetreuung» zu stemmen. «Wir haben in Füssen enorm viele finanzielle Baustellen», verwies Martin Lochbihler (CSU) auf den Brandschutz für die Schulen oder die geplante Kindertagesstätte. Doch das seien Ausgaben für «die Menschen, die hier leben».

Im Budget des Kulturamts?

Lochbihler verlangte Auskünfte über die Refinanzierung. Ebenso Dr. Anni Derday (Freie Wähler): Seien die 40000 Euro im üblichen Budget des Kulturamts enthalten? Wobei ihr Fraktionskollege Klaus Keller darauf hinwies, dass der Topf für Veranstaltungen von 120000 ohnehin wieder auf 90000 Euro reduziert werden müsste. Denn er sei nur wegen der Bayerischen Landesausstellung aufgestockt worden.

Im Budget ist die Summe für den Instrumenten-Transport über die Alpen und die Ausstellung nicht enthalten, erklärte Riedmiller. Durch höhere Besucherzahlen und möglicherweise durch Sponsoren könne man die Kosten sicher zum Teil auffangen.

Der Stadtrat forderte bei drei Gegenstimmen, dass eine genaue Vorlage mit Angaben zur Refinanzierung ausgearbeitet wird - erst dann will man in dieser Angelegenheit entscheiden.

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