Mobilfunk
Umstrittener Sendemast kommt nicht nach Oberried

Die Bürger in und um Oberried können aufatmen. Nach langem Streit sind die Pläne für einen Mobilfunkmasten im Weißenseer Ortsteil in der Schublade verschwunden. Stattdessen wird der Mast am Birkenbühl – bei der Überlandleitung – realisiert. "Fernab von jeder Bebauung", wie Füssens Hauptamtsleiter Andreas Rist versichert. Freude herrscht vor allem beim "Verein zum Schutz von Natur und Wohnruhe in und um Oberried am Weißensee" (NaWo): "Gott sei Dank, die Kuh ist vom Eis", sagt Vorsitzender Walter Braun.

'Unsere Aktivitäten haben diesmal ein Umdenken und Einlenken des Kommunikationsanbieters erwirkt', betont Braun. Der inzwischen rund 100 Mitglieder zählende Verein hoffe, dass von Oberried eine Signalwirkung auf die Mobilfunkbetreiber ausgehe: Diese sollten in Zukunft bei der Standortsuche für Sendemasten mit den zehn Kommunen im 'Allgäuer Land' kooperativ zusammenarbeiten und sich an das Mobilfunkkonzept für das südliche Ostallgäu halten, das Standorte abseits der Wohnbebauung vorsieht. So soll die Strahlenbelastung für die Bevölkerung minimiert werden.

Genau dies aber war in Weißensee nicht der Fall: In der Nähe der Wohnsiedlung in Oberried wollte ein Grundstückseigentümer der Telekom eine Fläche für einen Sendemasten zur Verfügung stellen. Die Nachbarn, aber auch Bürger aus anderen Ortsteilen, gingen auf die Barrikaden. Ende 2010 wurde NaWo gegründet mit dem Ziel, Oberried frei von Mobilfunksendern zu halten. Die Telekom sollte einen der Alternativvorschläge der Stadt Füssen aus dem Mobilfunkkonzept annehmen. Dieses Ziel habe der Verein erreicht, stellte Braun vor kurzem bei der Jahresversammlung fest.

Zweites Gutachten

Etwas anders sieht es Bürgermeister Paul Iacob: Die Stadt habe von Anfang an bei der Telekom darauf gedrängt, einen anderen Standort für den Mobilfunkmasten zu nutzen. Man habe sogar – obwohl bereits ein Konzept ausgearbeitet vorlag – ein zweites Gutachten beim Umweltinstitut München in Auftrag gegeben. 'Die Stadt hat Steuergelder eingesetzt, um die Gesundheit ihrer Bürger zu schützen', sagt Iacob. Letztlich sei es der Kommune in Verhandlungen mit der Telekom-Tochter Funkturm gelungen, einen alternativen Standort zu erreichen.

Bei aller Freude über den Erfolg: Es behagt dem Bürgermeister keineswegs, welche Dimensionen der Streit vor allem im Vorjahr angenommen hatte: So blockierten Anwohner die Zufahrt zur Fläche, die für den Mast vorgesehen war (wir berichteten). Auch sei der Grundstückseigentümer auf Plakaten angeprangert worden – 'so etwas kann ich nicht akzeptieren', sagt der Rathaus-Chef.

Er hofft auf einen 'friedlichen Zustand' im Ortsteil. 'Die Wogen werden sich glätten', glaubt Vorsitzender Braun: 'Unsere ausgestreckte Hand gilt nach wie vor.' Den Verein werde es übrigens weiterhin geben, sagt Braun. NaWo stehe auch anderen Bürgern aus Füssen offen, die bei Problemen Unterstützung benötigten.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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