Umgehung
Umgehung: Füssen ist bereit für den Dialog

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Nach einer langen Aussprache hat der Stadtrat beschlossen, dass sich Füssen an einem moderierten Entscheidungsprozess zur Umgehung beteiligen soll. Die Idee stammt von Dr. Hans-Martin Beyer. Der Füssener CSU-Chef hofft, in einem Dialog mit mehreren Gemeinden das seit Jahrzehnten auf Eis liegende Straßenbauprojekt voranbringen zu können. Parallel dazu bemüht sich der Zweckverband Allgäuer Land um aktuelle Verkehrsdaten, teilte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) mit. Zudem werde es Gespräche zwischen Füssen und Schwangau geben.

Das Thema Umgehung brennt den Füssenern unter den Nägeln, die vor allem im Sommer unter einer massiven Verkehrsbelastung leiden. Dazu muss das Projekt aber im neuen Bundesverkehrswegeplan in den vordringlichen Bedarf. Dafür wäre laut Beyer eine Einigung vor Ort hilfreich. Denn andernfalls würden die Bundespolitiker wohl kaum grünes Licht für ein millionenschweres Projekt geben. Doch alle bisherigen Versuche, sich mit Schwangau auf eine Lösung für eine Umgehung zu verständigen, scheiterten an den unterschiedlichen Interessenlagen beider Orte. «Ich sehe daher keine andere Alternative der Entscheidungsfindung, als den vorgeschlagenen Weg des moderierten Dialogs», sagte Beyer im Stadtrat.

Die Sozialdemokraten waren anfangs skeptisch, zumal der Schwangauer Gemeinderat diesen Dialog vorerst nicht führen will (wir berichten). Die Tür für die Nachbargemeinde sei noch nicht zu, so Beyer. Sie könne sich noch immer in den Dialog einbringen - ebenso wie die Bürger aus Füssen und den umliegenden Orten. Auch den Einwand, man solle ein neues Gutachten des Freistaates mit Verkehrsprognosen abwarten, wischte der CSU-Chef beiseite. Zahlen gebe es genug - und der Trend sei eindeutig: «Der Verkehr wird definitiv mehr.» Schließlich stimmte auch die SPD dem Dialog zu, zumal andere Fraktionen zur Eile drängten: «Wenn wir heute nicht starten, fährt der Zug des Bundesverkehrswegeplans ohne uns ab», sagte Dritter Bürgermeister Andreas Ullrich (Freie Wähler). «Wir müssen endlich Gas geben», forderte auch Klaus Zettlmeier (CSU).

Einzig Günther Knauss (Bürgerblock) lehnte den moderierten Entscheidungsprozess ab. Er hielt nichts von dem Dialog, sondern sah vielmehr die Bürgermeister der unmittelbar betroffenen Kommunen in der Pflicht, nach einer Lösung zu suchen.

Das wolle man, sagte Bürgermeister Iacob. Denn im Zweckverband Allgäuer Land sei ein Gespräch Ende März zwischen Füssen und Schwangau - unter Einbeziehung von Straßenbauexperten - angeregt worden. «Wir versuchens noch einmal», so der Rathaus-Chef. Zudem wollen mehrere Kommunen das bayernweite Gutachten des Freistaats gegebenenfalls durch Daten aus der Region ergänzen lassen. Dafür werde jede Gemeinde maximal 3000 Euro zur Verfügung stellen.

Seeg lehnt Vorschlag ab

Nach Schwangau hat nun auch Seeg dem Vorschlag von Beyer zunächst einmal eine Abfuhr erteilt. Primär sei es eine Angelegenheit der Kommunen Füssen und Schwangau, von der Seeg nur am Rande betroffen ist, erklärte Bürgermeister Manfred Rinderle im Gemeinderat. Zudem wolle man ein anstehendes Verkehrsgutachten des Freistaates Bayern zu den Verkehrsströmen abwarten, ob Seeg in irgendeiner Form von der Umgehungsstraße betroffen wäre. Dann könne man sich immer noch am Entscheidungsprozess beteiligen.

 

 

 

 

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