Afghanistan-Einsatz
Therapiehund soll traumatisiertem Soldaten zurück ins Leben helfen

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  • Foto: HptFw 4. Kompanie Gebirgsaufklärungsbataillon 230 und stolzer Besitzer
  • hochgeladen von Svenja Moller

Seit Februar 2011 leidet ein Hauptfeldwebel aus der Allgäu-Kaserne in Füssen an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Bei einem Einsatz in Afghanistan wurden seine Kameraden vor seinen Augen von afghanischen Innentätern erschossen. Damit der Soldat zukünftig wieder mehr am Leben teilhaben kann, wird ihm ab dem kommenden Jahr der Therapiehund Halvar zur Seite stehen. 

Ausbildung von Therapiehunden aufwendig und teuer

Die Ausbildung des anderthalbjährigen Labradoodles ist aufwendig und teuer. Gut 28.000 Euro sind notwendig, bis der Hund vollständig ausgebildet ist. Der Verein "Rehahunde Deutschland e. V." hat einen speziellen Züchter, der unter anderem diese Mischung aus Großpudel und Labrador züchtet. Diese besonders intelligenten, lernwilligen und fürsorglichen Hunderassen vereinen dabei alles, was es bedarf, um die vielfältigen Aufgaben als Therapiehund zu meistern.

Therapiehunde müssen hohe Anforderungen erfüllen

Beginnend im Welpenalter bis zum ersten Geburtstag durchlaufen die Tiere ein "Auswahlverfahren" und eine "Grundausbildung". Bei Pflegefamilien lernen die angehenden Helfer ein umfassendes Sozialverhalten mit unterschiedlichen Menschen, mit kleinen Kindern und Tieren. Dabei sind sie unter Beobachtung von erfahrenen Hundetrainern, werden geschult und geprüft. Nur wer die hohen Anforderungen erfüllt, wird Therapiehund.

In der folgenden "Dienstpostenausbildung" wird Halvar speziell auf den Soldaten und sein Krankheitsbild ausgebildet. Dabei trainieren der Soldat und der Hund regelmäßig gemeinsam. Sie spielen sich aufeinander ein, lernen sich kennen und lernen voneinander. Halvar muss verstehen, in welchen Situationen er seinem Herrchen besonders beistehen soll. Schlägt jemand laut eine Türe zu, drängelt jemand an der Supermarktkasse von hinten, braucht sein Herrchen plötzlich seine Notfallmedikation - all das sind Situationen, in denen Halvar zur Stelle sein soll. "In solchen Situationen wird Halvar mein 'Buddy' sein, derjenige, der mir die Rückendeckung gibt, die ich brauche. "Er ermöglicht es mir, mir die Dinge des täglichen Lebens wieder zuzutrauen", so der Soldat.

"Ich vertraue Halvar absolut"

"Dieser schlaue und aufmerksame Hund darf nun mir als Kamerad und meiner Seele als Therapeut dienen. Er hat einen Zugang zu mir, den ich bislang keinem Menschen mehr gewähren kann. Ich vertraue Halvar absolut", freut sich der Soldat. Auch der Kompaniechef freut sich über den tierischen Kollegen: "Mit seinem Therapiehund haben wir als Kompanie wieder mehr von dem Hauptfeldwebel."

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