Tegelberg-Unglück
Tegelberg-Unglück: «Alle sind gerettet, alle sind wohlauf»

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Samstagmorgen am Clubheim des TSV Schwangau. Müde Bergwachtmänner ziehen sich um, packen ihre Seile ein und wollen nur noch eines: heim und schlafen. Die Feuerwehr rollt Schläuche auf. Die Hubschrauber heben ein letztes Mal ab. Einsatzleiter Martin Steiner von der Bergwacht Füssen schaltet seinen Computer aus. Der örtliche Einsatzleiter im Rahmen des Katastrophenschutzes, Andreas Allgaier vom Roten Kreuz in Pfronten, nimmt einen letzten Schluck Kaffee.

Der Tee vom Roten Kreuz ist alle, das THW baut seine Zelte wieder ab. Die rund 200 Rettungskräfte sind erledigt, aber glücklich. Roland Ampenberger von der Bergwacht Bayern, der für den Krisenstab die Presse informierte, tritt ein letztes Mal vor die Kameras: << Alle sind gerettet, alle sind wohlauf. >>

19 Stunden zuvor, am Freitag gegen 13 Uhr, war ein Gleitschirm in die Seile der Tegelbergbahn (TBB) geflogen. In den beiden Gondeln saßen insgesamt 50 Passagiere fest. Schon kurze Zeit später war beim Clubheim das Rettungszentrum eingerichtet worden und wuchs von Stunde zu Stunde. Ruhig, besonnen, diszipliniert arbeiteten die Rettungskräfte Hand in Hand.

<< Es hat sich bewährt, dass wir den Katastrophenschutz im Ostallgäu koordiniert und zentralisiert haben >>, betont BRK-Präsidentin Christa von Thurn und Taxis, die als Schwangauerin alles vor der Haustür erlebt.

Einen wichtigen Beitrag leisten auch die Mitarbeiter der TBB, die wie alle anderen bis zum Umfallen schuften. Ein Betriebsleiter muss am Sonntag mit einer Herzschwäche ins Krankenhaus eingeliefert werden, doch Geschäftsführer Franz Bucher beruhigt: << Er wird sich erholen. >> Nicht nur Bucher hat so etwas in seiner 30-jährigen Laufbahn noch nicht erlebt. Vom Rettungseinsatz ist er tief beeindruckt: << Das war einfach toll, einfach einmalig. >>

Es war 0.30 Uhr, als Roland Ampenberger mitgeteilt hatte, dass die Passagiere der oberen Gondel dort übernachten müssen. Die Arbeiten oben am Berg gingen fieberhaft weiter. Unten im Tal lehnte sich mancher Helfer erschöpft zurück und atmete erst einmal durch.

Doch kaum einer ging, viele blieben solidarisch mit den Menschen in der Gondel und ihren Kollegen da. Das Lächeln der Passagiere, die ab 6 Uhr einer nach dem anderen aus dem Hubschrauber steigen, entschädigte für diese Mühen.

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