Konzessionsvertrag
Stromnetz im Füssener Land steht womöglich vor Umbruch

  • Foto: Julian Stratenschulte (dpa)

Das Füssener Land bekommt seinen Strom zum größten Teil seit über 100 Jahren aus Österreich. Das ist eine gewachsene Struktur, die laut Ulrich Schaaf nicht zerrissen werden sollte. Genau das könne aber passieren, wenn Füssen einen neuen Konzessionsvertrag für den Betrieb des Stromnetzes mit einem anderen Partner als die umliegenden Gemeinden abschließt, befürchtet der Energiebeauftragte der Gemeinde Seeg.

Der bisherige Vertrag der Stadt mit dem Elektrizitätswerk Reutte (EWR) läuft 2015 aus. Im Stadtrat wurde kürzlich die neue Vergabe heftig, aber ohne Ergebnis diskutiert.

Eine Trennung des Netzes ist laut Schaaf zwar technisch möglich, koste den Stromkunden aber Geld. 'Es wäre sinnvoller, das gesamte Netz neu zu vergeben', sagt er. Dem stünden allerdings die unterschiedlichen Laufzeiten der Konzessionsverträge in den Gemeinden entgegen. 'Bei gutem Willen sollte dieses Problem aber lösbar sein.'

'Das Stromnetz ist historisch gewachsen', bestätigt EWR-Geschäftsführer Dr. Christoph Hilz. 'Das Versorgungsgebiet des Altlandkreises Füssen ist in das österreichische Netz integriert. Die komplette Stromversorgung kommt aus Tirol.' Das EWR betreut seit Jahrzehnten das Stromnetz im Füssener Land. Früher gab es laut Hilz lauter kleine, eigenständige Inselnetze. Das Problem dabei: Wenn eine Quelle ausfällt, fällt auch der Strom aus. Durch die Verbindung der Netze kann mehr Versorgungssicherheit gewährleistet werden. 'Zehn Teilnetze funktionieren nicht so effizient, wie ein großes', so Hilz.

Wenn nun die Konzessionen für den Betrieb der Stromleitungen im südlichen Ostallgäu an verschiedene Betreiber gehen, muss das Netz getrennt werden. Füssen müsste in einem solchen Fall an die Leitungen eines anderen Betreibers angeschlossen werden und wäre unter Umständen eine Insel im EWR-Gebiet.

Warum es bei der Teilung eines Stromnetzes oft zu Rechtsstreitigkeiten kommt, erfahren Sie in der Allgäuer Zeitung (Füssen) vom 29.10.2014 (Seite 25).

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