Bundeswehrreform
Standort gesichert: Aufatmen in Füssen

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Ob an der Wache, im Offiziersheim oder auf dem Exerzierplatz: Sichtlich erleichtert haben gestern die Soldaten der Allgäu-Kaserne auf den Erhalt des Bundeswehr-Standortes Füssen reagiert. 'Heute ist ein guter Tag für uns', fasste Hans-Joachim Engelhaupt, Kommandeur des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 und Standortältester, die Stimmung zusammen. 'Denn wir können in Füssen weiter in vollem Umfang arbeiten.'

Zwar schrumpfe die Zahl der Dienststellen auf dem Papier von 1650 auf 1090. In der Realität jedoch betrage das Minus nur 200 bis 300 Soldaten, da derzeit bei weitem nicht alle Dienststellen besetzt seien. Die Veränderungen geschähen auch nicht abrupt – der Schrumpfungsprozess sei vielmehr Sache mehrerer Jahre.

Flankierend zur Pressekonferenz von Bundesverteidigungsminister de Maiziere in Berlin hatte Engelhaupt gestern Nachmittag Soldaten, Politiker und Medien in die Kaserne eingeladen. Wieviele Soldaten Gebirgsaufklärer und -logistiker konkret verlieren, welche Dienststellen betroffen sind und ob die Zahl der Zivilangestellten reduziert wird – derlei Details kannte in Füssen gestern niemand.

Engelhaupt und sein Kollege Bodo Venn (Gebirgslogistikbataillon 8) gehen jedoch davon aus, dass beide Einheiten ihre Ausbildungskompanie abgeben werden – was unterm Strich allein 300 Soldaten weniger bedeute.

Während Oberfeldärztin Dr. Dörthe Hartmann noch nicht abschätzen kann, ob das Füssener Sanitätszentrum als künftige 'regionale Sanitätsversorgung' schrumpft oder wächst, steht für die 780 Logistiker fest: Sie firmieren künftig als Gebirgsversorgungsbataillon 8 und decken ein breiteres Aufgabenspektrum ab – darunter auch den Fernmeldebereich.

Was aus Sicht von Hauptmann Fonferra, Vertrauensperson der Offiziere in seiner Einheit, kein Problem bedeutet: 'Wir haben die neue Struktur bei unseren Einsätzen schon kennengelernt.' Er ist froh, 'dass jetzt endlich raus ist, wie es am Standort weitergeht.' Zwar gehörten Versetzungen für Offiziere zum Berufsleben. 'Dennoch gab es Unsicherheiten.'

Oberstabsgefreiter Tobias Rogge als Vertreter der Mannschaften spricht von einer 'deutlichen Anspannung' bei seinen Kameraden. 'Auch wenn die wenigsten aus Füssen kommen, sind alle gerne hier. Da will keiner den Standort wechseln'. Zumal dies für die Familien gravierende Veränderungen bedeute. 'Ich bin absolut zufrieden', freut sich Bürgermeister Paul Iacob über den Erhalt der Kaserne.

Und Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke betont: 'Gemeinsam ist es uns gelungen, die Stärken des Standortes herauszustreichen.' Von einem 'Rückschlag in der Aufwärtsentwicklung eines leistungsfähigen Standortes', spricht dagegen Landrat Johann Fleschhut – selbst wenn der 'funktionsfähige Erhalt' der Bataillone positiv sei.

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