Angeln
Sportfischer fängt an einem Tag zwei riesige Welse aus dem Schmutterweiher bei Prem (Ostallgäu)

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Der Kampf mit den Unterwasser-Riesen hat Spuren hinterlassen. Ein Muskelfaseriss erinnert Sportfischer Thomas Krulc (29) aus Kempten an den wohl außergewöhnlichsten Fang im Allgäuer Angler-Sommer. Zwei riesige Welse zog er innerhalb von 24 Stunden aus dem Schmutterweiher (Ostallgäu). 

Der Widerstand der beiden knapp 1,90 Meter großen und 60 Kilo schweren Waller war derart groß, dass er sich eine Verletzung am Arm zuzog. 'Die haben eine brutale Kraft. Das kann man sich kaum vorstellen', sagt Krulc. Bei beiden Fängen halfen ihm – jeweils in den Abendstunden – herbeieilenende Fischer, um die Riesen an Land zu ziehen. 'Es war ein perfekter Tag. Ein unglaubliches Erlebnis', sagt Krulc, der sich auf das grätenlose und nicht nur bei Fischern beliebte weiße Fleisch freut: 'Die Gefriertruhe ist jetzt randvoll', verrät der Maschinenführer, der seit seinem dritten Lebensjahr angelt.

Auf seinen Großfang gibt es unterschiedliche Reaktionen: Einerseits ist da die Faszination an den imposanten Raubfischen mit dem großen Kopf, den kleinen Zähnen und den auffallenden Barteln. Andererseits schwingt bei den Badegästen am Schmutterweiher mittlerweile auch Furcht mit. 'Ein Mann, der meine Welse gesehen hat, wollte danach nicht mehr ins Wasser rein. Und das obwohl er seit 25 Jahren dort Badegast ist und noch nie etwas passierte', erzählt Krulc.

Den Dackel immer im Auge

Auch bei einem Besuch am See wird die Verunsicherung deutlich. 'Ich schwimm nur noch in Ufernähe. Und meinen kleinen Dackel lass ich nur noch planschen, wenn ich ihn im Auge habe', sagt Badegast Peter Mattheis, der im Urlaub zu Besuch ist. Andere mahnen zur Gelassenheit: 'Ich lass mich von niemandem aus dem See treiben. Schon gar nicht von einem Fisch!', ruft ein Einheimischer, ehe er sich ins Wasser stürzt und in Richtung Seemitte schwimmt.

Ähnlich unaufgeregt sieht es Georg Hummel (72), dessen Familie der See gehört: 'Hier ist noch nie etwas passiert. Welse sind sehr schreckhafte Tiere, die nur in der Dämmerung und in der Nacht aktiv sind', sagt der Landwirt, ohne den es die Welse dort nicht geben würde. Hummel Senior setzt vor über 25 Jahren mit einem Experten Welse in den knapp 40 Fußballfelder großen See. Die Fische, die bis zu 80 Jahre alt werden können, schätzen den idyllischen See und seinen schlammigen Grund offenbar sehr – und vermehrten sich fleißig. 'Ich denke, so um die 100 dürften drin sein. Natürlich nicht alle so groß, wie die jetzt gefangenen', sagt Hummel.

Sportfischer Krulc schätzt die Zahl sogar noch größer: 'Da drin sind locker 200 Welse', sagt der Experte, der schon mehrmals am Schmutterweiher erfolgreich auf Welsjagd ging. Der bislang größte je gefangene Waller am Schmuttersee war vor einigen Jahren 1,93 Meter lang. Doch Krulc ist sich sicher: 'Es gibt mindestens ein Exemplar, das größer ist. Ich habe es selbst gesehen. Das war ein Mordsdrum – mindestens 2,50 Meter lang!'

Fische, Wasservögel oder kleine Säugetiere sollten auf der Hut sein. Das bestätigt Angler Krulc: 'Im Magen eines der beiden Fische haben wir einen Haubentaucher gefunden.' Welse sind allerdings alles andere als Vielfraße: Als wechselwarme Tiere brauchen sie keine Energie, um den Körper zu erwärmen. Deshalb jagen sie nur einmal pro Woche.

'Ein kapitaler Hecht ist da wesentlich gefräßiger', erzählt Hummel, in dessen See weiterhin unterschiedliche Fischsorten gefangen werden können. Die 'See-Riesen' sind freilich die spektakulärsten.

Autor:

Tobias Schuhwerk aus Kempten

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