Trend: hoch hinauf im Schnee
Skitouren: Vergnügen für Wintersportfreunde mit Risikomanagement – Tipps und Informationen

Skitourengehen liegt in der Luft. Immer mehr Sportler genießen den Aufstieg aus eigener Kraft. Sie suchen das Vergnügen jenseits der Ski­gebiete in der Natur und wollen auf Tour aktiv sein. Doch den Spaß gibt es dort nicht ganz ohne Risiko: Lawinen sind die größte Gefahr abseits gesicherter Pisten. Mit Risikomanagement und der richtigen Ausrüstung kann jedoch verantwortungsvoll umgegangen werden.

Grundsätzlich werden zwei Arten von Lawinen unterschieden: Schneebrett- und Lockerschneelawinen. 'Schneebrettlawinen sind sehr gefährlich und unberechenbar. In Hangneigungen über 30 Grad passieren rund 97 Prozent aller Lawinenunfälle', heißt es in der Broschüre 'Lawinen Know-how', deren Mitheraus­geber der Verband Deutscher Berg- und Skiführer ist. Beeinflusst wird die Lawinengefahr durch den Niederschlag (Schnee oder Regen), die Windeinwirkung, Temperatur, Strahlung und das Gelände.

Besonders wichtig zur Einschätzung des Lawinenrisikos ist die Hangexposition (Ausrichtung des Hanges in eine Himmelsrichtung, beispielsweise Norden) und die Hangneigung. Um den Winterbergsteigern eine Hilfe an die Hand zu geben, haben Experten in Sachen Lawinen- und Schneekunde in den vergangenen Jahren Entscheidungsstrategien formuliert. Ein Revolutionär der Lawinenkunde war der Schweizer Werner Munter mit der 3x3 Filter- und Reduktionsmethode.

Daneben gibt es seit Jahren die Snowcard und den Faktorencheck von Martin Engler und Jan Mersch, empfohlen vom Deutschen Alpenverein (DAV). Neue Erkenntnisse sind im Buch 'lawine.' beschrieben, dort werden Gefahrenmuster herausgearbeitet. Autoren sind Rudi Mair und Patrick Nairz, die den Tiroler Lawinenlagebericht erstellen. Eine große Hilfe zur Einschätzung des persönlichen Risikos bei der geplanten Skitour oder bei der Auswahl des Zieles ist der Lawinenlagebericht.

Für Bayern wird dieser von Mitte Dezember bis Mitte April täglich von der Lawinenzentrale, die zum Landesamt für Wasserwirtschaft gehört, veröffentlicht. Darin wird die aktuelle Lawinensituation im bayerischen Alpenraum beschrieben. Für Tirol gilt der Tiroler Lawinenlagebericht. In beiden wird die Gefahrenstufe aus der fünfstelligen europäischen Gefahrenskala genannt. Diese reicht von 'gering' (1) bis 'sehr groß' (5). Zudem wird auf Gefahrenstellen und Auslösewahrscheinlichkeiten eingegangen.

Im Internet unter www.lawinenwarndienst.bayern.de oder lawine.tirol.gv.at Wer eigenverantwortlich Ski- oder Lawinenthematik Schneeschuhtouren oder Freerides mit dem Snowboard oder Ski unternehmen möchte, kommt nicht umhin, sich mit der Lawinenthematik auseinanderzusetzen. Risikomanagement ist schon bei der Planung der Tour gefragt, währenddessen ständig. Und im Notfall sollte der Umgang mit Lawinen-Verschütteten-Such(LVS)-Gerät, der Sonde und Schaufel sicher und schnell beherrscht werden.

Zur Grundausrüstung, die auch Variantenfahrer und Freerider dabei haben sollten, gehört ein LVS-Gerät, Lawinensonde, Schaufel, Erste-Hilfe-Set und ein Biwaksack. Zur Zusatzausrüstung zählen beispielsweise ein Rucksack mit ABS-Ballon, ein Handy, Recco-Reflektoren.

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