Unfälle
Skifahrer und gestürzte Fußgänger sorgen für Hochkonjunktur in Kliniken

Beim Skifahrer ists der Unterschenkel, beim Snowboarder sind es Schultern und Arme - und beim Spaziergänger kommt es auf das Alter an, ob eher Hüfte oder Schulter betroffen sind. Fest steht aber: Wer sich jetzt nach Rückkehr des Winters aufs Glatteis begibt - ob nun als Sportler oder schlicht und einfach auf der Straße -, der läuft Gefahr, darauf auszurutschen. In den Krankenhäusern in Füssen und Pfronten wird in dieser Zeit täglich gegipst und bei Operationen wieder zusammengeschraubt, was auf eisigen Flächen zu Bruch ging. Brüche, Zerrungen, Bänderrisse

«Diese Saison hatten wir etwas mehr Patienten, weil die Schneebedingungen nicht so gut waren und es ziemlich vereist war,» so Dr. Johannes Spengler, Chefarzt der Chirurgie an der St. Vinzenz Klinik Pfronten. Tagtäglich müssten dort Brüche von Handgelenken, Schultern und Oberschenkelknochen, Verstauchungen, schmerzhafte Zerrungen oder Bänderrisse versorgt werden. Rund 100 Notfälle seien allein in den ersten drei Januarwochen operiert worden. Über die Zahl der Fälle am Füssener Krankenhaus waren gestern auf Anfrage der AZ keine Auskünfte zu erhalten.

Grundsätzlich sind die Verletzungen von Wintersportlern oder auch Fußgängern, die auf eisigen Straßen und Gehwegen ausrutschen, sehr unterschiedlich. Hier ein grober Überblick:

Der Skifahrer: Ihn erwischt es laut Spengler meist im Unterschenkelbereich. Typische Verletzungen für die Sportler auf zwei Brettern seien Kreuzbandrisse sowie andere Verletzungen von Sehnen und Schienbeinbrüche.

Der Snowboardfahrer: Durch die höhere Schräglage, in der er sich befindet, verletzt er sich meist am Schultergürtel und an den Armen. Dabei brechen sich Snowboarder oft die Handgelenke. Zudem ziehen sich Skifahrer und Snowboarder nicht selten böse Prellungen zu, so der Chefarzt.

Der gestürzte Fußgänger: In diesen Fällen ist laut Spengler oft das Alter für die Art der Verletzung ausschlaggebend. So würden sich ältere Menschen meist Handgelenke, Hüfte oder den «körpernahen Oberarm» brechen, während jüngere Menschen sich auch öfter mal die Schulter ausrenken würden. Brüche der Handgelenke wiederum spielten auch bei ihnen häufig eine Rolle.

Generell gilt: Wer sich bei einem Sturz eine Fraktur - also einen Bruch - zuzieht, muss in über 80 Prozent aller Fälle operiert werden. «Nicht operiert werden nur die Brüche, bei denen die Knochen nicht verschoben sind», so der Chirurg . Brüche zu operieren, habe übrigens vor allem für ältere Menschen einen großen Vorteil: Sie kommen schneller wieder auf die Beine, als es der Fall wäre, wenn man den Bruch lediglich eingipsen würde. Tage- oder sogar wochenlanges Liegen könne bei alten Leuten schnell zu Druckgeschwüren oder gar zu einer lebensbedrohenden Lungenentzündung führen, erläutert Spengler.

Und was kann man tun, damit es möglichst nicht zu Verletzungen kommt? Vor allem Wintersportlern rät der Arzt, einen Helm zu tragen und die Extremitäten und den Rücken mit entsprechenden Protektoren zu sichern. Nicht nur seine eigenen Kinder würden sich so schützen: «Auch für Ältere macht das unbedingt Sinn», sagt der Mediziner. Denn die seien sich durch ihre jahrelange Routine oft viel zu sicher, dass «schon nichts passiert». (ff/bec)

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