Vermisst
Seit zwei Wochen ist Anna-Lena Notz (14) aus Lechbruck verschwunden: Familie sucht auf Hochtouren

'Und wieder hast du sie nicht gefunden.' Dieser Gedanke geht Claudia Notz jeden Abend durch den Kopf. Jeden Abend, seit ihre 14-jährige Tochter Anna-Lena vor 14 Tagen mit einer Freundin verschwunden ist. Täglich suchen zehn bis 20 Personen aus der Familie und dem Bekanntenkreis nach dem Mädchen.

'Es ist gigantisch, wie viele helfen', sagt die Lechbruckerin überwältigt. Bis nach Innsbruck, Kempten und Schongau schwärmen die Leute aus, verteilen Steckbriefe der Mädchen und zeigen Fotos rum. 'Man selbst sieht plötzlich überall seine Tochter', sagt Claudia Notz.

Anna-Lena und ihre 16-jährige Freundin Eileen Stübbe waren am 7. Oktober . Zuletzt gesehen wurden sie laut Claudia Notz vermutlich am Rewe-Markt in Füssen am 16. Oktober gegen 17 Uhr von zwei Jugendlichen aus ihrer Schule. Für die Polizei fallen die beiden Mädchen in die Kategorie Ausreißerinnen.

'Wenn man alle Mosaiksteine zusammensetzt, ist das das Ergebnis', sagt der Füssener Polizei-Chef Edmund Martin. Die Mädchen hätten zum Beispiel Geld und Kleidung mitgenommen. Von einer Suizidgefahr oder einem Verbrechen geht Martin derzeit nicht aus. Das Geld stahlen die Mädchen nicht aus der Kasse des Autohauses von Anna-Lenas Eltern, wie Gerüchte behaupten. 'Das hat sie sich bei einem Ferienjob verdient', sagt Claudia Notz. 'Wie viel es ist, wissen wir nicht', ergänzt der Vater, Andreas Notz. Ansonsten fehlen nur eine Jacke, zwei Paar Schuhe, eine Sonnenbrille und eine blaue Plüschmaus aus Anna-Lenas Zimmer. Diese Maus hat sie häufig bei größeren Touren dabei.

Mit der Suche nach den Mädchen begann die Polizei sofort nach Bekanntwerden des Verschwindens, da Eileen, die in einem Heim im Ostallgäu untergebracht war, bereits öfter weggelaufen ist. Mittlerweile sind beide Mädchen wegen der Grenznähe zu Österreich europaweit zur Fahndung ausgeschrieben. Die Ermittlungen übernimmt, wie bei vermissten Minderjährigen üblich, die Kriminalpolizei Kempten. Dort wird noch geprüft, welche weiteren Maßnahmen sinnvoll sind.

Kurzschlussreaktion

Derweil zermartern sich Claudia und Andreas Notz den Kopf über den Grund für das Verschwinden ihrer Tochter. Beide glauben, dass 'es eine Kurzschlussreaktion war, weil Anna-Lena nicht wieder eine Freundin verlieren wollte'. Das war der Realschülerin im vergangenen Jahr zweimal passiert. Eine zog nach Berlin um, die andere ging auf ein Internat. Für Eileen soll nun ein Heimwechsel angestanden haben. 'Es könnte auch sein, dass nur Eileen weg wollte und Anna-Lena ihr helfen', sagt Andreas Notz. Seine Tochter habe sich leicht steuern lassen und sei schnell von Superlativen geblendet gewesen.

Zuhause sei nichts vorgefallen, was das Verschwinden erklären würde. Der zum Teil verschlossene Teenager habe gerade in letzter Zeit immer mehr erzählt, was ihn bewegt. Auch die Polizei beschreibt das Elternhaus von Anna-Lena als 'gut und ohne Auffälligkeiten'. 'Wir rätseln, an was es liegen könnte', sagt Claudia Notz. Es sei alles gut gelaufen in letzter Zeit – zuhause, in der Schule, und Anna-Lena habe sich sehr auf ein Praktikum als Köchin gefreut, das nächste Woche sein sollte. 'Kochen war ihre große Leidenschaft', sagt Andreas Notz.

'Das Schlimmste' für die Eltern der 14-Jährigen ist, 'nicht zu wissen, ob es ihr gut geht.' Die ganze Familie vermisse Anna-Lena sehr – vor allem auch ihre beide Opas, von denen einer seit zwei Wochen nur noch wie eine leere Hülle sei. 'Wir wünschen uns nur, dass sie heimkommt', sagt Andreas Notz. 'Wir haben sie lieb und können ohne sie nicht leben', ergänzt seine Frau.

Hinweise zu den verschwundenen Mädchen nimmt die Polizei in Füssen unter Telefon 08362/91230 entgegen.

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