Stadtmauer-Serie (2)
Schwangauer Tor schützte Füssen im Dreißigjährigen Krieg vor Schweden

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Nur selten war die Füssener Stadtbefestigung Schauplatz echter Kämpfe. 1632 jedoch, mitten im Dreißigjährigen Krieg, bewahrte das Schwangauer Tor die 'Äußere Vorstadt' und möglicherweise ganz Füssen vor schwedischen Truppen.

Die wollten die Stadt im Handstreich einnehmen – scheiterten aber an der erbitterten Gegenwehr der Bürger. 41 Angreifer bezahlten den Überfall mit ihrem Leben. Verantwortlich für die Attacke war das Regiment Hohenembs, das in Schwangau im Quartier lag und von dort nach Füssen marschierte.

Doch das Tor verschloss sich rechtzeitig 'gegen diese anrükende Horden', berichtet Chronist Mang Seelos: 'Mittels seiner Vestigkeit die Feinde von den Bürgern von Füssen mit Verlust ihres Anführers Lanzin und 41 Mann an Todten, ihren Rükweg nach Schwangau zu nehmen gezwungen wurden.'

'Über die Errichtung des Schwangauer Tores gibt es keine Quellen', so Ruth Michelbach vom Stadtarchiv – ebensowenig über das zweite, deutlich kleinere Tor der Vorstadt, das Tiroler Tor. Eine Tafel verweist auf die Zeit um 1300 – was Michelbach anzweifelt. 'Die Zeit um 1500, als die Stadtbefestigung erweitert und verstärkt wurde, erscheint da realistischer.' Sicher ist nur, dass beide Tore 1812 fielen.

War das Tiroler Tor lediglich ein Durchlass ohne Aufbau, so zählte das Schwangauer Tor zwei Geschosse über der Durchfahrt. Zwischen beiden Stadttoren befand sich laut Michelbach keine Stadtmauer. 'Schließlich wurde die äußere Vorstadt im Süden von den steilen Felsen des Kalvarienbergs und im Norden vom Lech geschützt.'

Die Gebäude der Vorstadt sind seit dem 15. Jahrhundert bezeugt. Etliche Mühlen waren dort zu finden, zudem waren verschiedene Handwerker dort ansässig – vom Bäcker und Metzger bis zum Schmied, Zimmermann und Flößer.

Auch Postmeister Innozenz von Taxis, dessen Familie das Privileg der Postbeförderung besaß, ist im 16. Jahrhundert dort belegt. Über das Haus Schwangauer Straße 13 dagegen wurde in Füssen nicht gesprochen. Dort wohnte über viele Generationen (bis 1816) die Scharfrichterfamilie Bayr. Weil ihr Handwerk als 'unehrbar' galt, musste sie außerhalb der Stadtbefestigung leben.

Sonderausstellung im Museum der Stadt Füssen bis 18. März jeden Freitag, Samstag, Sonntag (13 bis 16 Uhr).

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