Bürgerversammlung
Schwangau sucht neue Bleibe für Floriansjünger

Wenn’s beim Einsatz pressiert, kann diese Enge tückisch werden: Denn das Schwangauer Feuerwehrhaus platzt aus allen Nähten. Das derzeitige Gebäude im Tassiloweg wird nächstes Jahr 40 Jahre alt und genügt längst nicht mehr modernen Anforderungen. Deshalb forderte Schwangaus Bürgermeister jetzt bei der Bürgerversammlung: 'Wir brauchen ein neues Feuerwehrhaus.'

Für fünf Fahrzeuge nur vier Tore

Dem kann Martin Schweiger nur zustimmen. 'Wir haben absoluten Platzmangel. Für fünf Fahrzeuge gibt es nur vier Tore', erläutert Schwangaus Zweiter Feuerwehrkommandant die Misere. Die Folge: Die Fahrzeuge stehen dicht auf dicht und auch Anhänger versperren den Weg.

Wegen des Platzmangels hängen zudem die Schutzanzüge direkt hinter den Fahrzeugen. 'Wenn die im Notfall losfahren, ist der ganze Raum in eine Abgaswolke gehüllt', erläutert Schweiger. Folglich würden die Schutzanzüge ständig durch Abgase kontaminiert.

Doch das ist längst nicht alles. Da früher ausschließlich Männer den Dienst bei der Feuerwehr verrichteten, wurden damals keine getrennten Sanitäreinrichtungen eingebaut. Auch für die Pflege der Fahrzeuge ist kein Raum: Wolle man etwa ein Fahrzeug reparieren, müsse vorher der halbe Fuhrpark aus dem Feuerwehrhaus gefahren werden, damit überhaupt Platz sei, so Schweiger.

Deshalb soll nun ein neues Feuerwehrhaus her, wie Sontheimer im Gasthof Helmer verkündete und so einer Bitte der Floriansjünger nachkam. Rund 1,7 Millionen Euro müsste Schwangau laut Rathauschef dafür in die Hand nehmen – davon sind laut Sontheimer aber eine halbe Million Euro Fördergelder. Durch eine zehnprozentige Erhöhung der Grundsteuer B könne das Projekt finanziert werden. Dank Mehreinnahmen von jährlich 60 000 Euro wären die benötigten 1,2 Millionen Euro in 20 Jahren wieder drin.

Wo das neue Feuerwehrhaus entstehen soll, ist noch ungewiss: 'Wir haben noch kein Grundstück', sagte Sontheimer. Dass das Gebäude auf dem alten Grund neu errichtet wird, sei unwahrscheinlich: dafür reiche der Platz nicht, zumal auch Schulungsräume angedacht sind.

Frühestens in zwei, drei Jahren

'Wenn es gut läuft, haben wir in zwei bis drei Jahren ein neues Feuerwehrhaus', so Sontheimer. Momentan sei man aber noch ganz am Anfang und auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück. Zweiter Kommandant Schweiger hätte da schon eine Idee: 'Ein günstiger Standort wäre in der Nähe des Bauhofs.

' Denn so könnten die Fahrzeuge dort in der Werkstatt repariert werden und auch ein Waschplatz wäre vorhanden.

Aber was passiert mit dem Feuerwehrmuseum? Schweiger kann sich vorstellen, dass es ins neue Gebäude mit umzieht. 'Denkbar wäre auch, dass das jetzige Gebäude komplett zum Museum wird', sagt der Zweite Kommandant. Denn wie das Gerätehaus platzt auch das Museum aus allen Nähten – weswegen zahlreiche Ausstellungsstücke derzeit gar nicht zu bestaunen seien.

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