Erinnerung
Schmerzlicher Abschied vom Altlandkreis Füssen

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Mit Fahnen auf Halbmast ist am Landratsamt in Füssen vor 45 Jahren die Trauer bekundet worden. So heißt es in der Ausgabe des Füssener Blattes vom 1. Juli 1972. Grund für die Wehmut, die auch in den Herzen vieler Füssener Bürger damals herrschte – und bei manchen bis heute blieb – , war das Ende des Landkreises Füssen. Ab 1. Juli 1972 war er Teil des neuen Landkreises Ostallgäu.

'Es waren nicht alle dagegen. Aber ich kenne auch keinen, der sich richtig gefreut hätte', erinnert sich Ursula Lax an die Zeit. Ihr verstorbener Schwiegervater Konrad Lax war damals Landrat des alten Landkreises Füssen und sie habe zuhause und bei politischen Veranstaltungen erlebt, wie die Menschen im Füssener Land die bayerische Gebietsreform wahrgenommen haben.

Am Schlimmsten sei für Füssen als historische Kaiserstadt gewesen, dass es Marktoberdorf als Kreisstadt akzeptieren musste. Jeder habe damals 'FÜS bleibt FÜS' am Auto kleben gehabt. 'Mir sollen nach Marktoberdorf? Das ist doch ein Dorf', hat es laut Alfred Köpf geheißen. Er war damals einen feste Größe in der Stadt sowie in der CSU auf Orts-, Kreis- und Landesebene. Seine Partei hatte 1971 in Füssen einstimmig abgelehnt, dass der Altlandkreis Füssen zum Ostallgäu kommt.

Der neue Landkreis Weilheim-Schongau 'hätte besser gepasst', sagt Köpf. Das Füssener Land hätte landschaftlich und wegen seiner touristischen Ausrichtung mehr mit dem oberbayerischen Alpenvorland gemein, als mit den von Wirtschaftsbetrieben und Landwirtschaft geprägten Gebieten um Marktoberdorf Kaufbeuren und Buchloe, erinnert sich Lax an die Argumente von damals.

Mehr zur Gebietsreform und wie es den Füssenern damit ging, lesen Sie in der Samstagsausgabe der Allgäuer Zeitung, Ausgabe Füssen, vom 01.07.2017.

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