Filialenschließungen
Schlecker ndash Aus für Lechbruck und Steingaden

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Eine Vorahnung hatten sie schon seit einiger Zeit – jetzt wurden sie vor vollendete Tatsachen gestellt: Schlecker-Mitarbeiterinnen in Lechbruck und Steingaden bekamen die Nachricht per Fax, dass ihre Filialen am 24. März zum letzten Mal geöffnet sind. Wie es weitergeht und was mit ihnen passiert, ist ungewiss. Die Verkäuferinnen haben Angst um ihre Jobs und die Kunden müssen künftig weiter fahren.

Schon im Sommer machten sich die Verkäuferinnen Gundi Menhart und Viola Konetzni in der Steingadener Filiale Gedanken: Bestimmte Lieferungen blieben entweder aus oder wurden nur zum Teil ausgeführt. Dies deuteten beide Damen, die seit zwölf und vierzehn Jahren für Schlecker in Steingaden arbeiten, als schlechtes Zeichen.

Gewissheit darüber, welcher Laden schließen wird, bekamen sie dann per Fax – und doch war die Überraschung groß. Gute und weniger gute Zeiten hatten die Mitarbeiterinnen miterlebt, doch in der jüngsten Vergangenheit bestätigten die Arbeitskräfte ein gutes Betriebsklima und gute Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung. Ein Rückgang im Verkauf sei dennoch spürbar gewesen.

Es trifft die ganze Gemeinde

Doch nun trifft es die ganze Gemeinde hart: 'Die Leute müssen jetzt nach außerhalb fahren oder auf andere, teurere Geschäfte ausweichen', so das Fazit der Verkäuferinnen. Für jüngere Leute sei das kein Problem, doch weniger mobile Ältere würden schwer beeinträchtigt, so ihre Meinung.

Traurig ist deshalb auch Cahait Bulut, ein Steingadener Stammkunde, der viele Dinge des täglichen Gebrauchs in der Steingadener Filiale kaufte. 'Es war eigentlich immer etwas los hier, jetzt muss ich halt woanders hin', meint der 37-Jährige. Wie es weitergeht und ob die Angestellten nach dem 24. März noch eine Arbeitsstelle haben, wird sich erst noch zeigen, denn darüber wurden sie nicht informiert.

Auch Lechbrucks Filiale ist von den Massenschließungen betroffen, was auch in der Flößergemeinde schweren Herzens aufgenommen wurde. 'Wieder ein geschlossener Laden in Lechbruck, das ist nicht schön', meinte eine Hausfrau, die zwar nicht allzu oft bei Schlecker einkauft, sich aber über das Angebot 'fast vor der Haustüre' freut.

Ein 'rein betriebswirtschaftliches Problem' erkannte ein Ehepaar, das gerade auf der Durchreise war und die ermäßigten Ausverkaufspreise bei Schlecker entdeckte. 'Wahrscheinlich hätte die Kette schon viel früher zurückfahren müssen und nicht noch expandieren', äußerten sie sich. Auch die 'schlechte Presse' in der Vergangenheit hätte ihrer Meinung nach für Verkaufsrückgänge gesorgt.

Die Verkäuferin – ihren Namen wollte sie nicht sagen – konnte und wollte sich nicht zur momentanen Situation äußern, weil alles noch 'in der Luft' hänge. Sie sorgt sich sehr um ihren Arbeitsplatz, obwohl es in der Hiobsbotschaft des Fax hieß: 'Ladenschluss heißt nicht zugleich Kündigung!'

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