Rathaussanierung
Sanierung des Lechbrucker Rathauses verzögert sich immer wieder

In Lechbruck geht es jetzt um die Wurst: Denn bald läuft das Konjunkturpaket II aus, mit dem die energetische Sanierung des Rathauses zu fast 90 Prozent gefördert wird. Doch es ist wie verhext: Wieder und wieder gibt es Verzögerungen.

Auch Lechbrucks Bürgermeister Helmut Angl ist mit seiner Geduld langsam am Ende. Gestern meldete er sich aus seinem Urlaubsort an der Adria zu Wort: << Wir müssen jetzt bald abrechnen >>, drückt er aufs Tempo. Nun hofft Angl, dass alsbald alles fertig ist, damit die Gemeinde nicht auf den Kosten sitzen bleibt.

Eigentlich sollten Umbau und energetische Sanierung des Lechbrucker Rathauses bereits Ende Oktober 2010 abgeschlossen sein. Doch damals stellte sich heraus, dass mehr erneuert werden muss, als anfangs geplant war. Wenige Monate später im Februar waren noch alle zuversichtlich: << Innen wird gerade gestrichen und es werden noch die letzten Armaturen in den Sanitärräumen angebracht >>, sagte damals Hauptamtsleiter Michael Köpf unserer Zeitung.

Wie berichtet, wurden unter anderem eine neue Pellets-Heizung für 110000 Euro im Keller installiert und für knapp 49000 Euro auch die Toiletten erneuert sowie ein Behinderten-WC eingebaut.

Im Mai der nächste Schock

Doch der Winter machte allen einen Strich durch die Rechnung: Außen konnten die Arbeiten erst weitergehen, als es frostfrei war. In diesem Mai der nächste Schock: Die Handwerker hatten vergessen, an den Balken ein sogenanntes Flexoband einzuziehen. In der Konsequenz bildeten sich nasse Stellen. << Das hätte der Architekt eigentlich bei der Bauüberwachung merken sollen >>, ärgerte sich der Rathaus-Chef damals.

Vor etwa zwei Wochen trauten viele Lechbrucker ihren Augen nicht: Nach über einem Jahr war das Rathaus erstmals ohne Gerüst zu sehen. Doch der ungewohnte Anblick währte kurz: << Der Putz war nicht sauber verarbeitet und die Abstände passten nicht >>, erklärte Angl. << So konnte ich das unmöglich abnehmen.

Das hat schließlich viel Geld gekostet >>, verweist das Gemeindeoberhaupt auf Kosten in Höhe von knapp 431000 Euro, wenngleich 87,5 Prozent aus dem Konjunkturpaket II bezuschusst werden.

Jetzt sind die Fehler zwar behoben und das Metallkorsett wurde vor ein paar Tagen wieder abgebaut. Doch noch immer fehlt das Wappen auf dem Erker des frisch gestrichenen Rathauses. << Das muss ein Fachmann machen - und der war bislang ausgebucht >>, erklärt Angl die erneute Verzögerung. Bis auch der Rathausvorplatz - er wird laut Angl aber nicht über das Konjunkturpaket II bezuschusst - fertig ist, wird es seiner Meinung nach wohl Mitte November werden. Wie berichtet, waren die gewählten Pflastersteine nicht mehr vorrätig.

Jetzt müssen sich die Lechbrucker sputen: << Bis Ende 2011 müssen die Maßnahmen für die energetische Sanierung abgeschlossen und abgerechnet sein >>, erklärte gestern Karl-Heinz Meyer von der Regierung von Schwaben. Sonst könnte die Gemeinde die Fördergelder aus dem Konjunkturpaket II verlieren und auf den Kosten sitzen bleiben.

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