Bahnhof
Sanierung des Füssener Bahnhofs teurer als Neubau

Einen Beschluss - für Neubau oder Sanierung - wollte Bürgermeister Paul Iacob vom Stadtrat nicht, als es um den Bahnhof ging. Allerdings verdichten sich die Hinweise darauf, dass das traditionsreiche Gebäude abgerissen wird. Allein schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen: «Eine Sanierung kostet mehr als ein Neubau», warnte der Füssener Architekt Wolfgang Martin senior, der für die Kommunalpolitiker das Gebäude unter die Lupe genommen hatte.

Wie mehrfach berichtet, trennt sich die Münchner «ideal mobil AG» von ihren Bahnhöfen - darunter befindet sich auch der in Füssen. Bürgermeister Paul Iacob führt bereits seit geraumer Zeit Gespräche mit der AG. Denn: «Wir wollen einen Fuß in der Tür haben.» Die Kommune müsse bei einer so wichtigen Immobilie wie dem Bahnhof die weitere Entwicklung mit beeinflussen können. Für diese Verhandlungen und für die mit möglichen Investoren (siehe Infokasten) bat der Rathaus-Chef um die Rückendeckung des Stadtrates - und erhielt sie auch.

Auch wenn die Kommunalpolitiker noch keine Entscheidung hinsichtlich Sanierung oder Neubau getroffen haben, schlägt das Pendel immer deutlicher in Richtung neuer Bahnhof aus. Nicht nur, weil vier an diesem Projekt interessierte Unternehmen dafür plädieren.

Auch Architekt Martin - auf Wunsch der Freien Wähler sollte ein neutraler Fachmann den Bahnhof in Augenschein nehmen - hält eine Sanierung nicht für wirtschaftlich darstellbar.

Finger davon lassen

Denn der Altbau habe gewaltige Mängel: Aufsteigende Feuchtigkeit sei bei den Außenwänden und den Bodenplatten zu beobachten, auch das Dach bedürfe mit Sicherheit einer Sanierung. Zudem müsste der Bahnhof komplett entkernt werden - doch auch dann habe ein möglicher Investor nur ein «schlauchartiges, langes Gebäude», das keineswegs optimal genutzt werden könne. Deshalb sei ein Erweiterungsbau für diesen Fall notwendig. Insgesamt werde das mehr Kosten verursachen als ein Neubau. Der Architekt warnte potenzielle Sanierer: «Sie sollten die Finger davon lassen.

» Während die meisten Stadträte sich beim Referenten mit Klopfen auf dem Tisch bedankten, missfiel Magnus Peresson (UBL) die schonungslose Diagnose: Wenn man diese Kriterien auf die Altstadt anwenden würde, müssten etliche historische Häuser abgerissen werden.

Doch mit diesem Einwand war er allein auf weiter Flur. Ein weiteres Indiz dafür, dass der Altbau abgerissen und durch einen neuen Bahnhof (der sich aber nicht am Modell des Architekturwettbewerbs vor wenigen Jahren orientieren muss) ersetzt wird: Rathaus-Chef Iacob rutschte in einem Nebensatz heraus, er gehe davon aus, dass der Neubau nächstes Jahr über die Bühne gehen wird.

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