Stadtteilarbeit
Rotes Kreuz startet Projekt in Füssen-West

Die Gesellschaft wandelt sich rapide: Es gibt immer weniger junge Menschen, die Bevölkerung vergreist. Wie soll man auf diese Veränderung reagieren? Eine Antwort darauf versucht das Bayerische Rote Kreuz (BRK) im Füssener Westen zu geben: Dort wurde jetzt das Projekt Stadtteilarbeit offiziell gestartet. Man wolle das "soziale Miteinander fördern", sagt die 37-jährige Diplom-Sozialpädagogin Sandra Hefter, die das Projekt betreut. Eines der Ziele sei es, älteren Menschen so lange wie möglich "ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben" zu ermöglichen.

Im neuen Seniorenzentrum St. Martin stellte das BRK sein Projekt Bürgern aus dem Füssener Westen vor – aber auch Vertreter des Seniorenbeirats, Stadtrat Franz Nagel und andere Interessierte hatten sich eingefunden. Stadtteilarbeit gebe es bereits vor allem in Großstädten, führte BRK-Präsidentin Christa von Thurn und Taxis aus.

Doch auch vor Füssen mache der demografische Wandel nicht Halt, so dass man hier ein solches Projekt – abgestimmt auf die Strukturen vor Ort – entwickeln wolle. Auf dem Weg in das Alter wolle man den Menschen immer das passende Angebot zur Verfügung stellen – mit der Bevölkerung. 'Wenn wir es gemeinsam angehen, werden wir soziale Probleme lösen.'

Seniorenzentren machen mit

Eingebunden in das Projekt sind auch die beiden Seniorenheime St. Martin und St. Michael: Man wolle die Einrichtungen offen gestalten, aber auch die Kontakte nach draußen seien für die Bewohner 'unheimlich wichtig', sagte Kreisgeschäftsführer Thomas Hofmann. 'Die gesamte Umgebung mit einzubinden, ist der richtige Weg', unterstrich auch die Landtagsabgeordnete Angelika Schorer.

Sie wünschte dem Projekt 'viele ehrenamtlich Engagierte'. Bürgermeister Paul Iacob sicherte der Stadtteilarbeit die Unterstützung der Kommune zu. Man müsse wieder mehr den Menschen in den Fokus der Gesellschaft rücken statt ausschließlich auf Wirtschaftsdaten zu starren.

Da viele ältere Menschen immer länger in ihrer Wohnung leben möchten, will Sandra Hefter hier einen Schwerpunkt ihrer Arbeit legen: Im Stadtteilbüro soll es künftig eine Wohnberatung geben, kündigte die Sozialpädagogin an, die in Pfronten aufgewachsen ist. Auch soziale und kulturelle Angebote wolle sie fördern, um die gute Infrastruktur in Füssen-West weiter auszubauen.

So schwebt ihr ein Fotowettbewerb 'Viele Generationen – eine Stadt' vor. Aber auch Veranstaltungen unter dem Motto 'Jung lernt von Alt, Alt lernt von Jung' hat die 37-Jährige angedacht. Zum Beispiel ein Handy-Kurs für Senioren.

Letztlich könne man aber noch nicht genau sagen, in welche Richtung sich das Projekt entwickele, meinte Hefter. Denn 'hier werden nicht Angebote erfunden, sondern gemeinsam entwickelt', verwies sie darauf, dass die Stadtteilarbeit nur mit den Bürgern funktioniert.

Die wollen sich durchaus daran beteiligen, wie an ersten Reaktionen zu sehen war. 'Unser Verein Füssen-West wird sich weiter einbringen', sagte dessen Vorsitzende Evelyn Vesenmayer. V

on Seiten der Pfarrgemeinde Zu den Acht Seligkeiten wurde auf das regelmäßig stattfindende Frühstück von Senioren mit Mädchen und Buben aus dem Kindergarten St. Gabriel hingewiesen – es stünde auch den Bewohnern der beiden Seniorenzentren offen.

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