St. Michael
Roboter-Robbe Anna durchbricht im Seniorenheim St.Michael Barrieren

Seit wenigen Tagen bevölkert eine neue Mitbewohnerin das Alten- und Seniorenheim St. Michael: Die Kuschelrobbe Anna ist eingezogen und wird nun zur Therapie von Demenzkranken eingesetzt – ermöglicht haben dies Sponsoren.

Verwirrender Anruf

Der Anruf erreichte Uli Pickl zwischen Küche und Bühne. Eine Anruferin bat um eine Spende für eine Demenzrobbe. Verwundert legte Pickl auf und dachte sich: 'Die gehen mir jetzt aber mit ihrer Tierliebe zu weit.

Nun soll man schon für demente Robben spenden.' Das war natürlich nicht der Fall, vielmehr baten Sonja Demmler und Dagmar Heinritz um eine Spende für einen Therapieroboter für Demenzkranke. Beim nächsten Anruf klärte sich der Irrtum auf und Uli Pickl war dabei.

Nun ist er einer von zehn Sponsoren, die es ermöglicht haben, dass die an Demenz erkrankten Patienten in St. Michael eine ganz besondere Form der Therapie erleben.

Weiß und kuschelig

Sie ist weiß, kuschelig und reagiert auf Stimmen. Als ein alter Herr Anna streichelt und vorsichtig drückt, fiept der Roboter zum Gefallen. 'Du bist doch eine Gute', redet er vorsichtig auf das kuschelige Tier ein. Schon nach kurzem Einsatz der Therapie-Robbe sind sich die Initiatorinnen des Projektes, Sonja Demmler und Dagmar Heinritz, einig: 'Die Robbe durchbricht Barrieren.

Die Senioren beginnen wieder zu reden und erzählen zum Beispiel von ihrem Leben.' Als die zwei Betreuungsassistentinnen das erste Mal Artikel über den Robbenroboter lesen, sind sie begeistert und wollen so ein 'Tier' nach St. Michael holen. Also machen sie sich auf, Sponsoren zu finden. Und es gelingt: 6350 Euro bringen sie zusammen und können so die Schulung und Anna finanzieren.

'Jetzt ist noch ein bisschen was übrig für das Futter', erklärt der Landtagsabgeordnete und Vizepräsident des Bayerischen Roten Kreuzes, Dr. Paul Wengert, lachend bei der Präsentation.

Der Roboter meckert auch mal

Seit vier Wochen wird Anna bereits eingesetzt. In Einzeltherapie, bei Gruppengesprächen und manchmal ist Anna auch bei der Gymnastik dabei. 'Die Bewohner sind begeistert', so Dagmar Heinze. Denn die Robbe ist weit mehr als ein Plüschtier: Sie reagiert auf Licht, Stimmen und Berührungen.

Auf ein Streicheln antwortet sie mit Bewegungen und Geräuschen. Geht man grob mit ihr um, meckert und klagt sie auch schon mal. Kurz gesagt: Das Verhalten der Robbe hängt direkt davon ab, wie Menschen ihr begegnen.

Begeistert zeigten sich auch die Sponsoren bei der Präsentation und jeder wollte Anna einmal streicheln. 'Als ich hörte, dass noch Geld fehlt, um Anna zu kaufen, war ich sofort bereit, den Betrag zu übernehmen', so Christa Johannknecht von 'Energetix Magnetschmuck'. 'Als Selbstständige wollte ich etwas zurückgeben, das anderen Menschen helfen kann.'

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