Special Prozesse im Allgäu SPECIAL

Gericht
Richter halten Wasenmoosler erneut hin

2Bilder

Wie schon im ersten Prozess um die Schwarzbauten im Füssener Wasenmoos ist auch bei der zweiten Verhandlung gestern vorerst kein offizielles Urteil verkündet worden. Die Entscheidung der Augsburger Verwaltungsrichter können die Beteiligten heute mündlich einholen, in den nächsten Wochen folgt dann die schriftliche Begründung. Rechtsanwalt Dr. Bernd Tremml, der die Wasenmoosler vertritt, gab sich gestern aber wenig zuversichtlich: 'Das Ergebnis wird das gleiche sein wie nach dem ersten Prozess.'

Bei dem Termin im September waren vier Eigentümer aus dem Vordermoos mit ihrer Klage gescheitert. Sie haben ihre Anwesen nach dem Rosenbauer-Moratorim 1986 – eine Art juristischer Waffenstillstand – nicht ausgebaut. Die rund 20 Kläger aus dem Vordermoos, die gestern vor Gericht standen, haben ihre Bauten nach 1986 noch verändert oder erweitert.

Alle Wasenmoosler verfolgen ein Ziel: Sie wollen die Duldungsfrist des Landratsamtes für ihre Schwarzbauten (10 bis 15 Jahre) aushebeln. Wasenmoos-Sprecher Hannes Schäfer wollte nach der gestrigen Verhandlung nicht schwarz malen: 'Es ist nicht aussichtslos. Wir konnten unsere Ansichten heute sehr gut darlegen.'

Schäfer hatte mehrere Argumente der Gegenseite angeprangert. Die Vorsitzende Richterin hatte erklärt, ein Außenbereich, in dem sich das Wasenmoos befindet, sei grundsätzlich von Bebauungen frei zu halten. Das Argument ziehe aber nicht, so Schäfer: '153 geduldete oder genehmigte Anwesen bleiben auf jeden Fall stehen. Den klassischen Außenbereich wird es künftig nicht geben.'

Kritik an Naturschutzbehörden

Er kritisierte zudem die Naturschutzbehörden: Sie hatten das Wasenmoos in der vergangenen Verhandlung als 'schützenswerten Lebensraum' bezeichnet (wir berichteten). Schäfer: 'Geschützte Pflanzen finden sich im Hochmoor. Dort stehen aber nicht unsere Anwesen.

' Baujuristin Gudrun Hummel vom Landratsamt bekräftigte dagegen: 'Es mag sein, dass die Hütten die Landschaft im vorderen Bereich nicht direkt beeinflussen. In anderen Abschnitten tun sie das aber.'

Dr. Bernd Tremml stellte mehrere Anträge: Unter anderem wollte er prüfen lassen, ob die Stadt Füssen eine Bauleitplanung für dieses Gebiet verfolgt. Das Gericht lehnte ab: 'Dafür gibt es keine Anhaltspunkte.' Sollten die rund 20 Wasenmoosler mit ihrer Klage scheitern, müssten deren Anwesen sofort weg. Tremml forderte deshalb, dass sie wenigstens noch zehn Jahre stehen bleiben dürfen. Die Antwort der Richter darauf steht noch aus. Die Antwort der Wasenmoosler auf eine Niederlage vor Gericht sei dagegen klar, so Schäfer: 'Dann legen wir Berufung ein.'

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen