Berufsorientierungstag
Realschüler stehen bei Allgäuer Firmen hoch im Kurs

Unaufhörlich dreht sich das 3-D-Modell auf dem Bildschirm. Azubi Johannes Mayr von der Firma Bihler aus Halblech klickt ein paar Mal auf seine Maus, und das Modell erscheint größer. «Die Hauptaufgabe eines technischen Zeichners besteht darin, Modelle von Maschinen und deren Bausteinen zu entwerfen», erklärt Mayr. Kevin (15) hört aufmerksam zu. «Willst du bei uns eine Schnupperlehre machen?», fragt Otto Weizbauer von Bihler den Realschüler. Der antwortet: «Ich mache bald ein Praktikum bei euch als technischer Zeichner.»

Ob technischer Zeichner, Schreiner oder Physiotherapeut - über verschiedenste Berufe informierten sich 131 Füssener Realschüler aus den neunten Klassen beim Berufsorientierungstag. Zwölf Unternehmen, großteils aus dem südlichen Ostallgäu, aus den Bereichen Industrie, Handwerk oder Hotellerie bis hin zu Gesundheit stellten ihre Arbeit vor. Lehrer Christian Steck, der den Tag organisierte, legt auf eines besonders Wert: «Die Firmen sollen nicht wie bei einer Messe Infostände aufbauen.» Auf Klassenzimmer verteilt sprachen sie drei Stunden lang mit mehreren Schülergruppen.

In den Schulen auf Jugendliche zuzugehen, werde immer wichtiger, betonte Stefan Miller von der Geschäftsleitung des gleichnamigen Roßhauptener Autohauses: «Wir wollen in Zukunft noch mehr Realschüler für uns gewinnen als bisher.» Zum zweiten Mal war das Autohaus beim Orientierungstag vertreten. Vom drohenden Fachkräftemangel merke sein Unternehmen momentan nichts: «Wir haben einen guten Zulauf.» Ähnlich sieht es bei der VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu aus. «Die Zahl der Bewerber ist stetig. Fachkräftemangel ist bei uns kein Thema», so Matthias Lang, Ausbildungsleiter im Ostallgäu.

Leicht zurück geht die Zahl der Bewerber bei der Firma ept in Peiting. Das Unternehmen mit Außenstelle in Buching, das auf dem Gebiet der elektrischen Verbindungstechnik tätig ist, präsentierte sich heuer erstmals an der Realschule. Konrad Socher, Leiter der gewerblichen Ausbildung, erklärte: «Der Fachkräftemangel kommt. Wir wollen den Anfängen wehren und vor allem Realschüler ansprechen.»

Kritisch sieht die Lage bei den Schreinern aus. «Gute Gesellen werden gesucht», betont Günther Seelos von der gleichnamigen Roßhauptener Schreinerei. Zusammen mit der Kreishandwerkerschaft Füssen-Marktoberdorf war er heuer das erste Mal dabei. Seelos: «Es fehlt an Bewerbern. Wir wissen nicht, wie wir manche Stellen in den nächsten Jahren besetzen sollen.

» Vor allem auf Realschüler wolle man zugehen. Vor zwölf Schülern stand Seelos an diesem Tag. Zum Vergleich: Bei Bihler waren es 70. (dr)

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