Energie
Rat Steingaden verweigert Einvernehmen: Mehrheitlich gegen Windkraftanlagen

Verwunderung herrschte im Gemeinderat Steingaden, als erneut der Antrag auf Vorbescheid zur Errichtung von vier Windenergieanlagen zur Beratung stand: Obwohl sich das Gremium in vorangegangener Sitzung aus mehreren Gründen gegen das Vorhaben aussprach (wir berichteten), stand das Thema wieder zur Debatte. Wieder enthielt sich Bürgermeister Xaver Wörle der Diskussion, da er Geschäftsführer einer Firma ist, die diese Windenergieanlagen errichten will.

'Die Gültigkeit des vorangegangenen Beschlusses kann in Frage gestellt werden,' sagten Verwaltungschef Georg Krönauer sowie Zweiter Bürgermeister Leo Eicher: Im November wurde dem Antrag das Einvernehmen erteilt. Dieser Beschluss sollte nun nochmals bekräftigt werden, was jedoch zu erneuter Grundsatzdiskussion führte. 'Wir können diesen Beschluss nicht fassen, wenn wir grundsätzlich dagegen sind', so Brigitte Graf. In der letzten Sitzung wurde klar, dass das Gremium seine Gemeinde möglichst frei von Windkraftanlagen halten möchte. Es bezieht sich dabei auf die Nähe der Welterbestätte Wies sowie das Landschaftsbild. Laut Graf solle man nun abwarten, inwiefern der Landkreis die Haltung bei der Entwicklung des Regionalplanes berücksichtige.

Die Kommune aber möchte Vorrangs- oder Vorbehaltsflächen im Bereich der Bergwiesen festlegen, falls sie nicht durchkommt mit ihrem Antrag. 'Ansonsten entscheidet die Regierung für uns', so die Erklärung. 'Unter der Voraussetzung, dass die Windräder von der Wies aus nicht zu sehen sind, wäre ich enttäuscht, wenn solche Anlagen verweigert würden,' erklärte Josef Moser mit Blick auf die heutigen Diskussionen zur Energiewende. 'Das ist die heutige Technik – und wenn eine Anlage als Bürgerkraftwerk betrieben wird, so bleibt die Wertschöpfung im Ort', bekräftige Hubert Pfeiffer seine Haltung, dass man nicht für Windenergie sein könne, diese aber im eigenen Umfeld nicht haben will.

Der Beschlussvorschlag, den Geschäftsstellenleiter Georg Krönauer ausgearbeitet hatte, sieht vor, dass der Rat mit Hinweis auf bereits genannte Kriterien das Einvernehmen für den Antrag verweigere. Für den Fall, dass Vorrangs- oder Vorbehaltsflächen für Steingaden im Regionalplan vorgesehen werden, signalisiere man Zustimmung zur Ausweisung im Bereich der Bergwiesen. Mit 10:4 stimmte man dem Vorschlag zu.

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